Die Geräte sollen die Medienbranche umwälzen, gespannt wartete die IT-Branche auf Apples neues Produkt, das iPad. Die Serie gibt einen Einblick in die neue Technik.
Verlage und Softwarefirmen hoffen auf eine Revolution durch Apples neues Lesegerät und experimentieren mit Gewinn versprechenden Anwendungen. Es geht um nicht weniger als eine völlig neue Mediengattung. von Lutz Knappmann und Andrea Rungg
Wenn Holger Meyer Glück hat, macht er das Geschäft seines Lebens. Sein Münchner Startup Visible Vibrations hat eine Software entwickelt, mit der Zeitschriftenverlage ihre gedruckten Inhalte in wenigen Schritten zu multimedialen, elektronischen Magazinen aufbereiten können. Geeignet auch für Lesegeräte wie jenes, das der Computerkonzern Apple am Mittwoch vorstellen und das, findet Meyer, "die Verlagsbranche auf den Kopf stellen wird". Mehrere Medienhäuser setzen Meyers Software schon ein, andere verhandeln gerade. Wenn Meyer jedoch Pech hat, stellt Apple neben dem Lesegerät auch eine eigene Software vor, die solche Dienste für Verlage erledigt.
Billig - les ich
Noch ist das Spekulation. Der Hype um Apples iSlate, iPad oder wie immer das Gerät heißen soll, ist grenzenlos - dabei hatte der Konzern lange nicht einmal die Existenz des berührungsempfindlichen und multimedial hochbegabten Tablet-Computers bestätigt. "Es wird großartig", schwärmt John Squires.
"Deshalb tun wir alles, um uns darauf vorzubereiten." Squires ist Chef von Next Issue Media, einem Konsortium, das die US-Medienkonzerne Time Inc., Meredith, Hearst, Condé Nast und News Corp. im November gegründet haben. Es soll für die US-Verlage Standards und eine Vertriebsplattform für digitale Magazine entwickeln.
In Japan haben mehr als 40 Verlage das Consortium for Digital Promotion of Magazine Content gebildet. Der Verleger Tsuguhiko Kadokawa, fand es sei "Zeit für Magazinverlage, eine gemeinsame Digitalplattform aufzubauen". Anbieter wie Issu aus Dänemark oder das US-Portal Zinio bieten bereits E-Paper-Abos für den heimischen PC. Die Einbindung mobiler Lesegeräte ist der nächste Schritt. Der Zeitschriftenverlegerverband VDZ stellte bereits eine Initiative des zum FTD-Herausgeber Gruner + Jahr gehörenden Deutschen Pressevertriebs (DPV) und des Bertelsmann-Konzerns vor, "eine verlagsübergreifende digitale Vertriebsplattform" aufzubauen. Mit Details hält man sich bedeckt.
Weltweit fiebern Verlagshäuser der nahenden Flut elektronischer Lesegeräte entgegen. Die Beratungsfirma Deloitte erwartet, dass schon 2010 weltweit "zig Millionen" Tablets verkauft werden könnten.
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