Sahra Dschalilsani hält nicht viel von chinesischen und indischen Druckmaschinen. Viel lieber ließe sie sich aus Deutschland beliefern. "Bei Druckmaschinen denkt doch jeder sofort an deutsche Technik", sagt die iranische Unternehmerin aus Teheran. "Wenn man deutsche Maschinen hat, verbessert sich sofort die Auftragslage." Doch die Sanktionen machen Einfuhren aus Europa derzeit fast unmöglich. Nicht weil Druckmaschinen unter das Sanktionsregime fallen würden. Auch bei legalen und genehmigten Ausfuhren finden deutsche Exporteure jedoch kaum noch eine Bank, die Zahlungen aus dem Iran annimmt - aus Angst vor Imageschäden und Geschäftsnachteilen in den USA, wo ein nahezu vollständiges Embargo gegen den Iran in Kraft ist.
Dschalilsani ist deshalb der Einladung zu einem deutsch-iranischen Wirtschaftskongress für Unternehmerinnen am Dienstag in Berlin gefolgt, um für die Majlesi Trading Company, die mittelständische Druckerei ihrer Familie, einen Weg aus der Sanktionsfalle zu suchen. Und tatsächlich: Der Organisator der Konferenz, Mir Durandish, Chef der Firma European-Iranian Ventures (Eivent), rät dringend dazu, seine Dienste in Anspruch zu nehmen: "Ich habe Kontakt zu deutschen Banken, die genehmigte Iran-Geschäfte abwickeln", sagt er. Die Geldinstitute wollten dies aber nicht an die große Glocke hängen. Ist schlecht fürs Geschäft. "In 99 Prozent der Fälle habe ich Erfolg. In ein bis zwei Wochen ist die Zahlung erledigt", verspricht er.