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Merken   Drucken   09.09.2009, 20:00 Schriftgröße: AAA

Wahlempfehlung: Wenn die FTD wählen könnte  

Der fiktive Stimmbürger FTD ist Wechselwähler aus Überzeugung. Weshalb die FTD auch dieses Jahr wieder eine Wahlempfehlung abgeben wird. von Christian Schütte 
Leisten Sie sich eine eigene Meinung. Die FTD tut es auch. Zum angelsächsischen Erbgut der Financial Times Deutschland hat es von Anfang an gehört, dass es neben den persönlichen Kommentaren der verschiedensten Autoren auch das Format des unsignierten Leitartikels gibt. Dies ist der Platz, an dem sich die Zeitung selbst, als Institution, zu Wort meldet.
Diese Leitartikel - täglich zu finden auf der rechten Kommentarseite, in der Spalte unter dem Logo der FTD - entstehen im Meinungsstreit der Redaktion, und sie sind das notwendige Gegengewicht zu dem bewusst gepflegten großen Meinungspluralismus im übrigen Kommentarteil. Die FTD lässt viele verschiedene Stimmen zu Wort kommen - aber sie ist deshalb keineswegs beliebig oder sprunghaft im Urteil.
Im Leitartikel führt die Zeitung die Argumente zu einem Thema zusammen und legt sich dann selber auf eine Linie fest. Die Diskussion im größeren Kreis unter Redakteuren mit verschiedenen Fachgebieten sorgt dafür, dass die Zutaten für einen guten Kommentar zusammenkommen können: dass sich einer auskennt und dass sich einer aufregt.
Es ist deshalb nur selbstverständlich, dass sich die Zeitung auch zu der wichtigsten Frage äußert, die jeden politisch Interessierten in diesen Wochen umtreibt: Wen sollte man am 27. September wählen? Wie schon bei den beiden zurückliegenden Bundestagswahlen 2002 und 2005 wird die Financial Times Deutschland auch zu dieser Bundestagswahl eine eigene Wahlempfehlung abgeben, die am letzten Montag vor dem Wahltermin erscheint.
Klage über "Verfall der guten Sitten"
Als die FTD 2002 als erste deutsche Zeitung eine Wahlempfehlung aussprach, empfanden dies zunächst viele im Land als geradezu skandalös. Tausende Briefe und E-Mails gingen in der Redaktion ein, das Emnid-Institut ermittelte in einer Umfrage, dass 79 Prozent der Deutschen eine Wahlempfehlung ablehnten.
Politiker, Wissenschaftler und prominente Kollegen aus anderen Medien beklagten einen Verfall der guten Sitten, einen angeblichen Verlust an Unabhängigkeit und Überparteilichkeit.

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