Wie einst das Bezahlfernsehen so kann für Kofler anfangs auch sein Energieprojekt gar nicht umwälzend genug sein. Eine "Jahrhundertchance" sei das, und das Pioniergefühl, die Aufbaueuphorie, die sei wie die Anfangszeit des Privatfernsehens - nur noch besser. Kofler will einen "ADAC der deutschen Energiesparer", plant mit einer Million Mitgliedern nach zwei Jahren. Er träumt laut vom Milliardenumsatz, einem Börsengang womöglich schon in einem Jahr.
Doch wie beim Bezahlfernsehen erweisen sich seine Erwartungen auch hier als ein paar Nummern zu optimistisch. Dabei gilt das Geschäftsmodell der eingesparten Kilowattstunden als plausibel - zumindest in der Theorie. Energieeffizienz ist auf Jahre hinaus ein Megathema. Die Unternehmensberatung Roland Berger schätzt das Marktvolumen für Energieeffizienz in Deutschland auf 70 Mrd. Euro, weltweit gar auf 600 Mrd. Euro. Selbst chronisch misstrauische Verbraucherschützer begrüßen Koflers Grundidee, Privathaushalten gegen einen Festbetrag standardisiertes Know-how und günstigere Möglichkeiten zum Energieeinkauf zu bieten.
Der Privatkunde aber traut offenbar dem eigenen Sparpotenzial noch nicht recht. Koflers Versprechen, die Jahresgebühr von 75 Euro für die Clubmitgliedschaft durch Ersparnisse von durchschnittlich 500 Euro locker wieder rauszuholen, verfängt bei Verbrauchern nicht.
Bei Industrie- und Firmenkunden kommt Koflers Idee an: Der Umsatz der Geschäftskundensparte macht 2010 einen Sprung von 30 Prozent auf 160 Mio. Euro. Sie wird auch ohne den Club weiterbestehen. Doch in diesem Segment tummeln sich viele: Spezialisten und Konzerne wie
Eon ,
RWE oder
Siemens . Kofler träumte von einer mächtigen Idee zur rechten Zeit. Geblieben ist ein Mittelständler in einem schwer umkämpften Markt.