Für Schleckers Osnabrücker Tochtergesellschaft Ihr Platz ist ein Käufer gefunden: die Münchner Beteiligungsgesellschaft Dubag. Das erfuhr die FTD aus Branchenkreisen. Schleckers Insolvenzverwaltung und Dubag schwiegen auf Nachfrage.
Schlecker verliert mit der angesehenen Tochter nicht nur Größe, sondern auch die Möglichkeit, selbst noch den angesehenen Namen der bisherigen Tochter anzunehmen. Die schnelle Abwicklung des schon länger angestrebten Einzelverkaufs ist damit zwar für sich genommen ein Erfolg der Insolvenzverwalter aus der Ulmer Kanzlei Schneider, Geiwitz & Partner. Doch der Schritt des für Ihr Platz zuständigen Seniorpartners Werner Schneider engt auch den Handlungsspielraum des für Schlecker zuständigen Juniorpartners Arndt Geiwitz ein.
Er verhandelt derzeit nach eigenen Angaben mit drei möglichen Schlecker-Investoren, die unterschiedliche Konzepte für die Drogeriekette haben. Eine Einigung ist allerdings nicht in Sicht, auch weil Geiwitz eine in Aussicht gestellte befristete Lohnkostensenkung noch nicht durchsetzen konnte, die Verhandlungen ziehen sich wesentlich länger hin als geplant.
In einem weiteren Treffen hatte die Gewerkschaft Verdi am Mittwoch in Frankfurt anstelle der von Geiwitz geforderten 15 Prozent Lohnverzicht 10,5 Prozent angeboten. Das Zugeständnis ergibt sich aus der Streichung von Zulagen und Sonderzahlungen und soll provisorisch eingerichtet werden können. Für einen offiziellen Sanierungstarifvertrag verlangt Verdi aber Kündigungsschutz für die zweijährige Dauer des Lohnverzichts, während Geiwitz die Entscheidung einem möglichen Käufer überlassen will. Ein Sprecher sagte, Geiwitz sei nicht von seiner 15-Prozent-Forderung abgerückt. Die Verhandlungen könnten eventuell im Beisein eines Investors weitergehen. Das wäre ein spektakulärer Schritt.
Unterdessen wird Ihr Platz nach bisherigen Erkenntnissen komplett von der Beteiligungsfirma Dubag übernommen und mit allen 480 Filialen fortgeführt. Der Investor ist eine junge Firma. 2009 gegründet, kaufte sie bisher die Chemiefirma IDC, den Speicherhersteller Berlin Optical Disc und den Generikahersteller Sigam.