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30.05.2011, 17:52
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Russland verbietet Gemüse aus Deutschland und Spanien
An den Folgen von Ehec sind in Deutschland mindestens 14 Menschen gestorben. Auch das Ausland ist alarmiert. Moskau zieht Konsequenzen - und droht der Europäischen Union.
Die russischen Gesundheitsbehörden verbieten die Einfuhr von einigen Frischgemüsesorten aus Deutschland und Spanien. Der oberste Amtsarzt des Landes, Gennadi Onischtschenko, ordnete an, frisches Gemüse der beiden EU-Länder aus den Lebensmittelmärkten zu entfernen. Begründet wurde das mit den Durchfallerkrankungen durch den Erreger Ehec.
Betroffen seien Gurken, Tomaten und Salat, teilten die Behörden mit. Das Einfuhrverbot gelte für diese Produkte aus beiden Ländern bis auf weiteres. Moskau drohte zudem ein Einfuhrverbot für frisches Gemüse aus der gesamten EU an, weil es keine belastbaren Informationen über die Ursache der Infektionen und ihre Verbreitung gebe.
Ehec-Bakterium
Das ist der gefährliche Erreger
Spanien will die Europäische Union um Hilfen für seine Bauern bitten, denen wegen Ehec die Einnahmen wegbrechen. Madrid werde dieses Anliegen auf einem informellen Treffen der EU-Agrarminister vorbringen, kündigte die spanische Ministerin Rosa Aguilar an. Auf dem EU-Ministertreffen am Montag und Dienstag in Debrecen in Ungarn werde sie ihre deutsche Amtskollegin Ilse Aigner (CSU) zudem auffordern, bei der Suche nach den Ursprüngen der Ehec-Erkrankungen "nicht nach Spanien zu blicken".
Der spanische Agrarstaatssekretär Josep Puxeu hatte zuvor bekanntgegeben, dass Madrid Schadensersatzansprüche für Landwirte in Spanien erwäge. Er warf deutschen Behörden vor, auf der Grundlage von Spekulationen den Eindruck erweckt zu haben, dass die Infektionen ihren Ursprung in spanischen Gurken haben könnten. Die Iberer argumentieren, dass die Gurken möglicherweise nicht bei der Produktion in Südspanien, sondern auf dem Transport oder bei der Verarbeitung kontaminiert worden seien.
Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) bleibt bei ihrer Warnung vor Rohkost
Diese These dürfte schwierig zu halten sein, nachdem am Montagnachmittag auch Behörden in Norwegen den Erreger der gefährlichen Darminfektion in einer Gurkenlieferung aus Spanien entdeckten. Es habe sich um eine sehr kleine Partie gehandelt, die noch nicht in den Handel gekommen sei, teilte die Lebensmittelaufsicht in Oslo mit.
Skepsis gegenüber vielen spanischen Produkten
Spanisches Gemüse verkaufe sich insgesamt deutlich schlechter als vor der Ehec-Welle, sagte ein Sprecher der
Metro-Gruppe FTD.de. Die Skepsis der Verbraucher betreffe also nicht nur Gurken aus dem südeuropäischen Land. Zum Unterehmen gehören neben den Cash- und Carry-Märkten auch Galeria Kaufhof oder Real.
Dennoch - auch aus deutscher Sicht gilt die Herkunft des Ehec-Erregers bisher als ungeklärt. Es sei nicht sicher, dass der Erreger wirklich aus Spanien stamme, sagte der Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), Andreas Hensel: "Wir haben zwar jetzt auf Gurken die sogenannten Ehec-Erreger gefunden, das heißt aber nicht, dass die jetzt ursächlich für diesen gesamten Ausbruch verantwortlich sind."
Das Robert-Koch-Institut (RKI) riet erneut, vor allem in Norddeutschland keine rohen Gurken, Tomaten und Salate zu essen. Die Klagen von Bauern über Umsatzeinbrüche könne er verstehen, sagte RKI-Präsident Reinhard Burger. Die Gesundheit der Menschen habe aber Priorität.
Teil 2: Salat auf der Speisekarte? Fehlanzeige
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FTD.de, 30.05.2011
© 2011 Financial Times Deutschland,
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