In seiner verantwortlichen Rolle als Vorstandsvorsitzender der Karstadt-Mutter hat er es zugelassen, dass sich Privates mit Dienstlichem mischt, was er hätte verhindern können - und müssen.
Konkret geht es dabei um ein Kaufhaus in Wiesbaden. Das hatte Arcandor an ein Konsortium unter Beteiligung des Immobilienfonds Oppenheim-Esch überschrieben, um es im Anschluss wieder zu mieten. Das Problem: Die vereinbarte Miete ist nach Ansicht des Insolvenzverwalters zu hoch gewesen. Besonders pikant ist, dass Middelhoff an dem Immobilienfonds beteiligt war - also indirekt profitierte von lukrativen Geschäften.
Laut dem Insolvenzverwalter soll Arcandor damals ein Schaden in Millionenhöhe entstanden sein. Ein weiterer, wenn auch im Vergleich kleinerer Schlag für das Unternehmen, das vor drei Jahren in die Insolvenz ging - nach zuletzt 750 Mio. Euro Jahresverlust.
Dass sich Middelhoff vor seiner Zeit als Arcandor-Chef privat an dem Immobilienfonds beteiligte, ist ihm nicht vorzuwerfen. Wohl aber, dass er es versäumte, diese Beteiligung loszuwerden, als er an die Spitze der Karstadt-Mutter rückte. Spätestens aber hätte er reagieren müssen, als er und der Fonds geschäftlich miteinander zu tun hatten. Offenbar ging ihm zu diesem Zeitpunkt das Sensorium für eine solche Interessenkollision ab.
Middelhoff will nach Angaben seines Anwalts in Berufung gehen; und selbst im Falle einer Urteilsbestätigung wird ihn eine Managerhaftpflichtversicherung vor finanziellem Ungemach schützen. Dennoch wird ihm das Urteil als Makel anhängen - weil es ein weiteres dickes Fragezeichen hinter seine Managerqualitäten setzt.
...der hoff ` nur, dass er middel ist. Oder er träumt noch von mehr... Das Ergebniss seiner Management-Fähigkeiten kennen wir ja.