Verkauf an British-Airways-Mutter:Lufthansa schlägt Verlustbringer BMI los
Kurz vor Weihnachten ist das Geschäft endlich unter Dach und Fach: Die Lufthansa kann ihre Problemtochter BMI ausgliedern. Geld bekommt Europas größte Fluglinie dafür aber nicht.
Die Deutsche Lufthansa gibt ihr Sorgenkind British Midland (BMI) an die Muttergesellschaft von British Airways und Iberia ab.
Der Vertrag mit dem Luftfahrtkonzern IAG sei unterzeichnet worden, der Verkaufspreis betrage brutto umgerechnet rund 207 Mio. Euro, teilten Lufthansa und IAG am Donnerstag mit. Netto wird er nach Lufthansa-Angaben jedoch "deutlich negativ" sein. Der Abschluss der Transaktion sei für das erste Quartal 2012 geplant.
Die Transaktion solle sich jedoch nach rund einem Jahr für die Lufthansa amortisieren. Die deutsche Fluggesellschaft werde zudem den Pensionsfonds der BMI übernehmen.
Eine Grundsatzvereinbarung über den Verkauf der verlustbringenden Konzerngesellschaft war schon Anfang November unterzeichnet worden. BMI ist auf den britischen Markt fokussiert und passt daher nicht in das Streckennetz der Lufthansa.
BMI häufte in den ersten neun Monaten des Jahres bei einem Umsatz von 658 Mio. Euro einen Verlust von 154 Mio. Euro an.
Die Briten sind auf den britischen Markt fokussiert und passt daher nicht in das Streckennetz der Lufthansa. Zudem hatte Lufthansa BMI verstärkt als Ferienflieger in die Urlaubsländer Nordafrikas ausgerichtet. Dieses Geschäft brach jedoch wegen der Unruhen in der Region ein.
Auch Virgin Atlantic hatte Interesse
An BMI war auch die Fluglinie Virgin Atlantic interessiert. Bis zuletzt verhandelte die Lufthansa parallel mit British Airways wie auch mit Virgin Atlantic. Virgin hoffte darauf, dass die Wettbewerbsbehörden sich gegen den Zusammenschluss zweier großer britischer Fluggesellschaften aussprechen. Bedenklich sei insbesondere die dominante Position von British Airways am Großflughafen London-Heathrow, die durch die Transaktion noch gestärkt werde, argumentierte Virgin.
BMI war für die Lufthansa vor allem wegen der Start- und Landerechte in Heathrow interessant
Die Lufthansa betonte deshalb auch, dass der Deal nur gelte, wenn die Kartellbehörden grünes Licht geben. Der Abschluss der Transaktion sei für das erste Quartal 2012 geplant.
BMI hält neun Prozent der im Branchenjargon Slots genannten Landerechte in Heathrow - British Airways kontrolliert 42 Prozent. Die Rechte sind viel wert, da der Flughafen aus allen Nähten platzt. Neue Slots sind nicht in Sicht, da Pläne für den Bau einer dritten Landebahn wieder gekippt wurden. Am Frankfurter Flughafen ging dagegen Ende Oktober die vierte Flugzeugpiste in Betrieb.
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