Verivox und Flexstrom können bei dem Kampf eigentlich beide nur verlieren. Es sei denn, sie schaffen es, die Reputation des jeweils anderen zu zerstören, um die eigene zu retten.
Dabei haben Verivox und Flexstrom bis vor Kurzem einträgliche Geschäfte miteinander gemacht. Auf dem Vergleichsrechner von Verivox belegten die Preistarife von Flexstrom meist vordere Plätze. Der Stromanbieter bekam dadurch neue Kunden. Und das Vergleichsportal erhielt von Flexstrom hübsche Provisionen. Der Makel dieser Beziehung: Flexstrom wird von Verbraucherschützern seit Jahren kritisch beäugt. Es geht dabei zum Beispiel um Neukundenboni, die vordergründig versprochen, dann aber nicht gezahlt werden.
Als Verivox den Vertrieb von Flexstrom-Produkten Anfang Dezember stoppte, schien die Sache daher vordergründig klar: Verantwortungsbewusstes Verbraucherportal schmeißt windigen Discountanbieter raus. Aber ist die Sache so einfach?
Wegen dubioser Geschäfte mit dem Pleitestromanbieter Teldafax ist auch Verivox nicht so unumstritten wie früher. Flexstrom scheint diese Kratzer im Image ausnutzen zu wollen - und will beweisen, dass man bei Verivox (der Name steht laut Eigenwerbung für "Wahre Stimme") nur ausgelistet wurde, weil man nicht bereit gewesen sei, so hohe Provisionen wie die Konkurrenz zu zahlen. Ob dieser Vorwurf berechtigt ist, können letztlich nur die Gerichte klären. Aber eine Frage drängt sich in der Auseinandersetzung auf: Gibt es in dem Fall nur die Wahrheit von Verivox?