HUK-Coburg kritisiert die Allianz und das Online-Vergleichsportal Check24
Die HUK-Coburg hatte Ende 2010 8,68 Millionen Fahrzeuge versichert, 360.000 mehr als ein Jahr zuvor. Diese Zahl umfasst Mopeds und Mofas. Ohne diese Zweiräder lag der Bestand bei 8,4 Millionen, die Allianz hatte knapp 8,2 Millionen im Bestand.
Wegen der harten Winterbelastung 2010 und dem weiter niedrigen Preisniveau musste auch die HUK-Coburg mit einem versicherungstechnischen Verlust fertig werden. Die Schaden- und Kostenquote in der Autoversicherung stieg von 94,9 Prozent auf 102,3 Prozent - pro Euro Einnahmen musste das Unternehmen 1,02 Euro für Schäden, Vertrieb und Verwaltung ausgeben. Der Markt kam auf 107 Prozent.
Inzwischen gingen die Preise im Durchschnitt im Neugeschäft leicht nach oben, aber der Preiskampf zwischen den großen Anbietern sei nicht vorbei, sagte Vorstandschef Wolfgang Weiler.
Heftige Angriffe richtete Weiler gegen Online-Vergleichsportale. Das Unternehmen hat gerade zusammen mit den Konkurrenten HDI Direkt - teil des
Talanx -Konzerns - und WGV die Mehrheit am Portal Aspect Online übernommen. "Wir wollen den Wettbewerb bei den Portalen wieder herstellen", sagte Weiler. Rund 40 Prozent bis 50 Prozent der online abgeschlossenen Verträge werde über Portale verkauft, zum Jahreswechsel sogar 60 Prozent. Allerdings sei die Rolle dieser Portale ambivalent. "Die aktuellen Abschlussprovisionen, die Portale verlangen, erreichen inzwischen 75 Euro bis 100 Euro und sind damit ein erheblicher Kostenfaktor." Außerdem deckten manche Portale gezielt von ihnen vermittelte Kunden um, sagte Weiler. Namen wollte er nicht nennen. Das größte Portal Check24, bei dem die HUK-Coburg nicht gelistet ist, bestreitet solche Umdeckungsaktionen.