ADAC und GDV intervenieren bei der EU-Kommission gegen Pläne der Autohersteller
Das E-Call-System soll ab 2015 in alle Neuwagen eingebaut werden. Bei einem Unfall oder einer Panne ruft ein eingebauter Mobilfunksender automatisch die EU-weite Notrufnummer 112 an und überträgt Daten über den Standort an Notrufzentralen. Alternativ kann der Fahrer selbst den Notruf auslösen. Dagegen haben GDV und ADAC nichts einzuwenden. Problematisch ist für sie, dass Hersteller mit dem E-Call-Modul Anrufe an eigene Notrufzentralen programmieren können, die anstelle des 112-Notrufs ausgelöst werden. Der ADAC sorgt sich daher darum, dass er als Pannenhelfer künftig von herstellereigenen Diensten ausgebremst werden könnte. Die Assekuranz fürchtet indes, dass Unfallfahrzeuge prinzipiell in die Vertragswerkstätten der Hersteller gelotst werden, die oft teurer sind als Reparateure der Versicherer.
"Wir führen Gespräche bei der Generaldirektion Wettbewerb der EU", bestätigte Jens Bartenwerfer, Leiter des Bereichs Kraftfahrtversicherung beim GDV. "Wir sind dafür, dass letztlich der Kunde entscheiden kann, wohin seine Daten gehen."
Normalerweise sind sich GDV und ADAC spinnefeind. Die Autoversicherer bieten seit Jahren Schutzbriefe an, die denen des ADAC Konkurrenz machen. Der Verband gründete daraufhin einen eigenen Autoversicherer. Auf Autobahnen und Straßen konkurrieren die gelben Pannenfahrzeuge des ADAC mit ähnlichen Angeboten der Versicherer. Doch gegen die Autobauer sind sie sich einig und haben gemeinsam einen Brief an
Neelie Kroes geschrieben, Vizepräsidentin der EU-Kommission und für digitale Angelegenheiten zuständig. Darin fordern sie mehr Wettbewerb beim E-Call.