Weitere Zahlungen:EM.TV-Skandale kosten Assekuranz noch mehr
Der Medienkonzern Constantin Medien hat 20 Ex-Manager wegen zahlreicher Verfehlungen auf Schadenersatz verklagt. Jetzt muss deren Managerhaftpflicht zahlen. Nach der US-Gesellschaft Chubb einigte sich auch der Bermuda-Versicherer Ace mit der neuen Führung des Münchener Konzerns.
von Herbert Fromme
Der Gesamtschaden aus der Managerhaftpflicht (D&O) wegen der Skandale um EM.TV beläuft sich für die Versicherer auf 57,5 Mio. Euro. Constantin Medien als Nachfolgerin der EM.TV teilte mit, dass der Bermuda-Versicherer Ace 27,5 Mio. Euro wegen des Fehlverhaltens von 20 Managern in zahlreichen Affären zahlen wird, vor allem der Brüder Thomas und Florian Haffa.
Zuvor hatte sich die US-Gesellschaft Chubb mit Constantin auf einen Vergleich über 30 Mio. Euro geeinigt. Chubb hatte zudem 8,8 Mio. Euro für Anwaltskosten zur Abwehr der Ansprüche ausgegeben.
Ein weiterer Versicherer muss für Managerfehler bei EM.TV zahlen
EM.TV war vor zehn Jahren ein Star des neuen Marktes. Nach einem steilen Absturz stand die Firma im Zentrum von Skandalen und Anlegerklagen.
Chubb hatte die frühere EM.TV für D&O-Schäden bis 51 Mio. Euro versichert, die Deckung von 51 Mio. Euro bis 102 Mio. Euro übernahm Ace. Constantin hatte ursprünglich die gesamten 102 Mio. Euro von den beiden Versicherern verlangt, nachdem es die Ex-Vorstände auf Schadenersatz in dreistelligen Summen verklagt hatte.
Constantin muss von den 57,5 Mio. Euro mindestens 9 Mio. Euro an eine Tochter der Deutschen Bank abführen, die in der Affäre um EM.TV und die Formel-1-Rechte geschädigt wurde. Deutsche Morgan Grenfell einigte sich vor einigen Jahren in einem Vergleich mit Constantin Medien auf das Vorgehen: Von D&O-Zahlungen im Zusammenhang mit der Formel-1-Affäre steht der Bank ein Drittel zu. Die Summe könnte sich noch auf 12 Mio. Euro erhöhen.
Es handelt sich um einen der größten D&O-Schäden des Jahres 2009. Erst im September hatte sich Siemens mit einer Gruppe von Gesellschaften unter Führung der Allianz auf 100 Mio. Euro wegen des Fehlverhaltens von Vorständen in der Korruptionsaffäre verständigt. Der gesamte Markt in Deutschland wird auf 300 Mio. Euro bis 500 Mio. Euro Prämieneinnahme geschätzt.
Der FTD-Versicherungsmonitor hat alle wichtigen Namen und Nachrichten auf dem Radar und bündelt die wichtigsten Informationen aus verschiedenen Quellen. So erhalten Sie einen exzellenten Überblick über die Assekuranz, analytisch kommentiert von FTD-Versicherungskorrespondent Herbert Fromme.
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