Risiko

Risiko2018-11-22T22:05:51+00:00

Risikoprofil als Basis für eine passende Geldanlage

Nicht jede Geldanlage wird zum goldenen Schwein. (Foto: Fotolia)

Zuletzt aktualisiert am 22.11.2018

Die Deutschen zählen definitiv zu den Anlegern, die im weltweiten Vergleich am meisten Wert auf eine hohe Sicherheit liegen. Untersuchungen zeigen immer wieder, dass rund 90 Prozent aller Anleger nicht dazu bereit sind, auf Kosten der Sicherheit die Chance für eine gute Rendite zu nutzen. Um so bemerkenswerter ist es, dass insbesondere Sachwertanlagen seit einigen Jahren hoch im Kurs stehen, wie zum Beispiel Immobilien. Dabei sind diese Investments keineswegs risikofrei, auch wenn oftmals von Wertstabilität und langfristiger Sicherheit gesprochen wird. Dies zeigt deutlich, dass viele Anleger noch erheblichen Nachholbedarf an Informationen haben, wenn es um Sicherheit und Risiken von Kapitalanlagen geht.

Das individuelle Risikoprofil bestimmen

Insbesondere mit Aktien konnten Anleger in den letzten 30 Jahren sehr gute Renditen erzielen, obwohl die Wertpapiere definitiv nicht als sicher zu bezeichnen sind. Trotzdem haben Anleger im Durchschnitt bereits ab einer Anlagedauer von zwölf Jahren in kaum einer beliebigen Periode mit einem Investment in Aktien, beispielsweise aus dem DAX, Verluste erleiden müssen. Dieses Beispiel zeigt, dass es auch mit Anlageformen, die nicht als sehr sicher gelten, bei einem längerfristigen Anlagehorizont möglich ist, gute Renditen bei geringem Risiko zu erzielen.

Auf jeden Fall kommt es für die passende Geldanlage darauf an, eine gute Mischung zu finden. Diese besteht zum einen aus etwas risikoreicheren Investment und zum anderen aus sehr sicheren Geldanlagen, wie zum Beispiel Spareinlagen oder Festgeld. Welches Verhältnis zwischen hoher Sicherheit und sehr gute Rendite der einzelne Anleger wählt, hängt vom individuellen Risikoprofil ab. Dieses ist eine wichtige Grundlage dafür, dass Kunden überhaupt die Möglichkeit haben, den für sie optimal passenden Anlagemix zu finden. Aus diesem Grund ist es für Anleger interessant zu wissen, wie sie selbst ihr individuelles Risikoprofil identifizieren können.

Das eigene Risikoprofil zu kennen ist definitiv eine wichtige Grundlage, damit Anleger die für sie optimale Kapitalanlage bzw. den idealen Mix finden. Das Risikoprofil selbst besteht immer aus zwei Komponenten, die gegenseitig in die eine oder andere Richtung verschoben werden können, nämlich:

  • Risiko
  • Rendite

Diese zwei Parameter beziehen sich natürlich auf die verschiedenen Geldanlagen, die grundsätzlich für ein Investment infrage kommen. Jeder Anleger muss sich also selbst fragen, welches Risiko er bereit ist einzugehen, um eine durchschnittliche oder überdurchschnittliche Rendite erzielen zu können. Das individuelle Risikoprofil wiederum wird meistens aus verschiedenen Bedingungen aus Ihrem Umfeld bestimmt, wie zum Beispiel Ihre finanzielle und berufliche Situation. Diese zwei Parameter bestimmen meistens maßgeblich, welches Risiko Sie sich bei einer Kapitalanlage erlauben können. Aber auch Ihre Einstellung gegenüber Ertrag und Sicherheit ist eine wichtige Grundlage dafür, um zu bestimmen, welches Risiko Sie eingehen möchten.

Ein wichtiger Teil des eigenen Risikoprofils ist die sogenannte Risikotoleranz. Diese legt fest, wie hoch die Verluste überhaupt sein dürften, die Sie sich aufgrund Ihrer finanziellen und beruflichen Situation leisten könnten. Dazu müssen Sie allerdings wissen, an welchen Eckdaten sich die Risikotoleranz orientiert. In erster Linie sind es in dem Zusammenhang die folgenden Eigenschaften, die einen Einfluss haben:

  • Vermögens- und Schuldensituation
  • Einkommen
  • Anlagedauer
  • Bereits vorhandene Kapitalanlagen

Ein wichtiger Aspekt ist, dass Sie selbst definieren, für welchen Zeitraum Sie Ihr Kapital überhaupt investieren möchten. Ist es zum Beispiel als spätere zusätzliche private Altersvorsorge geplant, kann natürlich ein deutlich längerer Anlagehorizont gewählten, als wenn Sie auf eine bestimmte Konsumausgabe hin sparen. Ohnehin sollten Sie stets Ihr gesamtes Vermögen im Blick haben und deshalb wissen, welche Geldanlagen Sie bereits nutzen, wie das Verhältnis zwischen Vermögen und eventuellen Schulden aussieht und natürlich spielt auch Ihr Einkommen nebst der Sicherheit Ihres Arbeitsplatzes eine größere Rolle, um die eigene Risikotoleranz zu ermitteln. Wenn Sie also die zuvor aufgelisteten Eigenschaften Ihrer persönlichen Situation betrachten und zum Beispiel eine Bewertung zwischen 1-10 vergeben, können Sie daraus einen Durchschnitt bilden und so Ihre persönliche Risikotoleranz einstufen.

Nicht zu verwechseln ist die Risikotoleranz mit Ihrer persönlichen Risikobereitschaft. Die Risikotoleranz sagt etwas darüber aus, wie viel Risiko Sie sich finanziell leisten könnten. Die Risikobereitschaft hingegen kann durchaus deutlich geringer oder mitunter auch höher ausfallen. Allerdings ist es nicht empfehlenswert, mehr Risiko einzugehen, als Sie sich finanziell leisten können. Wenn Sie also grundsätzlich eine hohe Risikobereitschaft besitzen, sich aber maximal ein mittleres Risiko leisten können, sollten Sie demzufolge diszipliniert sein und kein allzu hohes Risiko mit Ihren Anlagen eingehen. Haben Sie hingegen eine geringere Risikobereitschaft als Sie sich vor dem Hintergrund Ihrer Risikotoleranz eigentlich leisten können, stellt dies natürlich kein Problem dar und Sie entscheiden sich einfach für einen Anlagemix, der größeren Wert auf sichere Geldanlagen liegt.

Ihre persönliche Risikobereitschaft legen Sie am besten dadurch fest, dass Sie sich mehrere Fragen stellen, wie zum Beispiel:

  • Welche Verluste wären für mich gerade noch akzeptabel?
  • Kann ich mir vorstellen, auf Kosten eines höheren Risikos die Chance auf besonders gute Erträge zu nutzen?
  • Kann ich auch zwischenzeitlich größere Kursverluste bei einer grundsätzlich langfristigen Anlage aushalten?
  • Welches jederzeit verfügbare Sicherheitspolster möchte ich auf jeden Fall haben?

Anhand dieser Fragen ist es durchaus möglich, dass Sie Ihre eigene Risikobereitschaft anschließend sehr gut einschätzen können.

Ihr persönliches Risikoprofil wird also insbesondere von zwei Faktoren maßgeblich bestimmt, nämlich zum einen von der Risikotoleranz und zum anderen von Ihrer Risikobereitschaft. Nun stellt sich natürlich die Frage, welches Risiko Sie letztendlich bei einer Geldanlage bzw. bei einem Anlagemix eingehen sollten, wenn sich zwischen Risikotoleranz und Risikobereitschaft größere Differenzen ergeben. Im Idealfall stimmt Ihre Risikobereitschaft mit der Risikotoleranz, also dem Risiko, dass Sie sich finanziell leisten können, überein.

In dem Fall ist die Entscheidung leicht, denn dann wählen Sie den Anlagemix auf Grundlage Ihres sich daraus ergebenden persönlichen Risikoprofils aus. Tendenziell neigen die meisten Anleger übrigens dazu, die eigene Risikobereitschaft geringer als das Risiko einzuschätzen, dass sie sich eigentlich leisten können. Falls Ihre Risikobereitschaft also geringer als Ihre Risikotoleranz ist, sollten Sie sich überlegen, ob Sie nicht doch dazu bereit sind, ein etwas höheres Risiko einzugehen. Sie sollten sich allerdings andererseits nicht dazu zwingen, denn es ist eher kontraproduktiv, wenn Sie eine Geldanlage tätigen und dabei stetig ein „mulmiges“ Gefühl im Bauch haben.

Natürlich haben sich schon zahlreiche Banken, Vermögensberater und Vermögensverwaltungen damit beschäftigt, ihre Kunden standardisierten Risikoprofilen zuzuordnen. So arbeiten zahlreiche Banken und Vermögensverwaltungen beispielsweise mit den folgenden drei Risikoprofilen:

  • Konservativ
  • Ausgewogen
  • Ertragsorientiert

Auf dieser Grundlage werden die Kunden einer der zuvor genannten Gruppen zugeordnet, um darauf basierend den optimal passenden Anlagemix zu finden. Ein konservativer Anleger ist natürlich ein Kunde, der großen Wert auf Sicherheit legt und nur wenig Bereitschaft zeigt, auf Kosten eines erhöhten Risikos die Chance auf höhere Erträge zu nutzen. Der Anleger, der ein gutes Verhältnis zwischen Ertrag und Sicherheit wünscht, wird meistens einer ausgewogenen Strategie zugeordnet. Die dritte Gruppe von Kunden machen Anleger aus, die durchaus bereit sind, auf Kosten als erhöhten Risikos die Chance wahrzunehmen, eine überdurchschnittliche Rendite zu erzielen.

Wenn wir aus diesen drei Risikoprofilen einmal den ausgewogen eingestellten Anleger herausnehmen, könnte eine Art Musterportfolio beispielsweise wie folgt aussehen:

  • 30 Prozent Tages- und Festgeld sowie Geldmarktpapiere
  • 20 Prozent Renten- und offene Immobilienfonds
  • 20 Prozent Aktienfonds
  • 30 Prozent Aktien

Dieses Musterportfolio zeigt, dass eine Mischung zwischen sehr sicheren Geldanlagen (Tages- und Festgeld sowie Geldmarktpapiere), Anlagen mit einer guten Mischung zwischen Sicherheit und Ertrag (Renten- und offene Immobilienfonds, sowie Investments besteht, bei denen zwar ein etwas höheres Risiko vorhanden ist, aber dafür eine gute Chance besteht, langfristig überdurchschnittliche Renditen zu erzielen (Aktien und Aktienfonds). Die individuelle Zusammenstellung des Portfolios ist natürlich jedem Anleger selbst überlassen und sollte sich an dem persönlichen Risikoprofil und ebenfalls oftmals vorhandenen Vorlieben orientieren.

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