Crowdfunding

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Crowdfunding2018-11-19T17:32:07+00:00

Crowdfunding – Eine Einführung

Beim Crowdfunding wird ein Projekt oder Geschäft in einer Gruppe finanziert. (Foto: Fotolia)

Stellen Sie sich einmal vor, Sie haben unbändigen Hunger und wissen ganz genau, wo Sie etwas zu essen bekommen. Aber es gibt ein Problem, Sie können das Essen nicht allein beschaffen, es ist zu groß, zu stark und zu weit weg. Ich denke, Sie wissen schon, dass ich von den Mammut Jägern in der Steinzeit rede. Das Mammut musste gemeinsam gejagt werden, ein einzelner war dazu kaum in der Lage. Wenn das Mammut erlegt war, dann musste es zerlegt und transportiert werden. Und jeder Jäger erhielt seinen gerechten Anteil am Mammut.

Bei dem Crowdfunding verhält es sich ähnlich. Jemand hat eine Idee, die er allein nicht umsetzen kann. Dabei kann es sich um die Entwicklung einer Software, einer App für das Smartphone, oder um ein soziales Projekt handeln. Er braucht die Hilfe von anderen Menschen, sprich „Crowds“. Diese können sich an der Umsetzung der Idee beteiligen.

In den meisten Fällen ist für die Umsetzung der Idee, eine bestimmte Menge an Geld erforderlich. Wird die Idee erfolgreich umgesetzt, dann werden die Geldgeber an dem Erfolg des Projektes beteiligt. Bei den Mammut Jägern war das nicht möglich, sie mussten sich selbst an der Jagd beteiligen, wenn Sie etwas zu essen haben wollten.

Die Anfänge des Crowdfunding findet man vor allem in den englischsprachigen Ländern. Inzwischen hat sich das Crowdfunding auch in Deutschland etabliert. Neben dem Crowdfunding gibt es noch das Crowdlending, Cord Investment und Crowdbuilding. Bei allen genannten Verfahren werden die finanziellen Mittel von Investoren bereitgestellt, die allgemein als „Crowd“ bezeichnet werden.

Das Wort Crowdfunding ist ein Kunstwort, dass aus den Worten „Crowd“ (Menschen Menge) und „Funding“ (Finanzierung) gebildet wurde. In der deutschen Sprache wird dafür auch der Begriff Schwarmfinanzierung, oder Gruppenfinanzierung verwendet. Obwohl der Begriff Crowdfunding relativ jung ist, wurde das Verfahren schon im 19. Jahrhundert angewandt.  So wurde der Sockel für die Errichtung der Freiheitsstatue, durch mehr als 160.000 Einzelspenden finanziert.

Im Folgenden werden Sie mehr über Crowdfunding im Allgemeinen erfahren sowie tiefergehende Informationen über den Ablauf und die Chancen und Risiken erhalten. Zudem stellen wir die bekannten Crowdfunding-Plattformen vor und erklären die unterschiedlichen Arten von Crowdfunding.

Was ist Crowdfunding?

Wenn Sie heute ein Finanz Magazin aufschlagen, dann finden Sie sicher mehrere Artikel, die sich mit dem Thema Crowdfunding auseinandersetzt. Crowdfunding kann als Prozess verstanden werden, bei dem Geld für die Umsetzung einer Idee angefragt wird. Der Erfolg einer Crowdfunding Kampagne hängt im Wesentlichen davon ab, ob man andere von der eigenen Idee begeistern kann. Im Zusammenhang mit dem Crowdfunding, wird oft von der sogenannten Schwarmintelligenz gesprochen, der „Weisheit der Vielen“.

Mit Crowdfunding lassen sich vor allem Projekte, Geschäftsideen, Produkte und Startups finanzieren. Auch soziale Projekte werden über das Crowdfunding finanziert. Die Crowdfunding Kampagnen werden in den meisten Fällen im Internet über spezielle Plattformen abgewickelt. Beim Crowdfunding wird das Geld nicht durch einen einzelnen Investor aufgebracht, sondern durch mehrere Investoren.

Man kann die folgenden vier Arten von Crowdfunding unterscheiden:

  • Equity-based Crowdfunding (auch Crowdinvesting genannt)
  • Lending-based Crowdfunding (auch Crowdlending genannt)
  • Reward-based Crowdfunding
  • Donation- based Crowdfunding

In der Literatur, im Internet und bei Fachleuten gibt es keine klare Definition der Begriffe für Crowdfunding, Crowdlending, Crowdsourcing und Crowdinvesting. Deswegen nutzen wir in dem vorliegenden Artikel die oben dargestellte Definition der Begriffe. Vor allem die Begriffe Crowdfunding und Crowdinvesting werden synonym verwendet, obwohl sie sich in einigen Punkten deutlich voneinander unterscheiden.

Arten des Crowdfunding

Art des Crowdfunding Beschreibung
Equity-based Crowdfunding,
auch Crowdinvesting genannt
Das Equity-based Crowdfunding findet man auch unter dem Begriff Crowdinvesting. Bei dieser Art des Crowdfunding erhält der Kapitalgeber eine Beteiligung an dem Unternehmen. Dadurch wird der Investor an dem Gewinn des Unternehmens beteiligt. Das Equity-based Crowdfunding wird vor allem für die Finanzierung von Startups genutzt.
Lending-based Crowdfunding,
auch Crowdlending genannt
Das Lending-based Crowdfunding findet man auch unter dem Begriff Crowdlending. Der Investor erhält für das investierte Kapital eine festgelegte Verzinsung. Das Crowdlending wird bevorzugt für die Umsetzung von Projekten, oder für die Einführung von neuen Produkten genutzt.
Reward-based Crowdfunding, das klassische Crowdfunding Darunter versteht man die die Investition in Projekt, Produktentwicklungen oder Unternehmen. Im Gegenzug erhält man eine Gegenleistung in Form eines Produktes (Prototyp). Das Reward-based Crowdfunding wird häufig zur Finanzierung von Filmproduktionen oder Musikproduktionen genutzt.
Donation-based Crowdfunding, das klassische Crowdfunding Der investierte Betrag wird bei dem Donation- based Crowdfunding als reine Geldspende betrachtet. Dabei handelt es sich vor allem um Projekte, die einem guten Zweck dienen.

Alles Wichtige über Crowdfunding

Wenn man über eine Crowdfunding Kampagne finanzielle Mittel einsammeln möchte, dann muss die Idee, die man umsetzen möchte, so beschrieben werden, dass andere Menschen davon begeistert sind. Der Erfolg der Crowdfunding Kampagne hängt in erster Linie davon ab, ob man andere Menschen dazu bewegen kann, sich an dem Projekt zu beteiligen. Alle Crowd-basierten Verfahren nutzen das Internet als Plattform.

Die Crowdfunding Aktivität wird in den meisten Fällen über spezielle Plattformen im Internet abgewickelt. Bei der Anmeldung des Projektes müssen

  • die persönlichen Daten,
  • der Betrag für das Crowdfunding und
  • die Mindestbeteiligung
  • Art der Vergütung, oder Art der Beteiligung

festgelegt werden.

Ein ganz wichtiger Punkt ist die ausführliche Beschreibung des Projektes. Bei der Beschreibung des Projektes sollten vor allem der Nutzen und die Aussicht auf Erfolg im Vordergrund stehen. Bei den meisten Plattformen besteht die Möglichkeit, weitere Bilder und Videos hochzuladen.

Das Geld für die Crowdfunding Kampagne muss innerhalb einer festgesetzten Frist eingezahlt werden. Wird diese Summe nicht erreicht, dann erhalten die Investoren ihr Geld wieder zurück. Weiterhin können Sie festgelegen, dass die Investoren sich mit einer Mindestsumme an der Crowdfunding Kampagne beteiligen.

Wenn die geforderte Summe erreicht wird, dann wird das Geld an den Initiator der Crowdfunding Kampagne ausgezahlt. Dieser kann dann mit der Umsetzung seiner Idee beginnen. Das in der Crowdfunding Kampagne aufgebrachte Geld, muss zweckgebunden verwendet werden.

Nach der erfolgreichen Umsetzung des Projektes, erhalten die Investoren die vereinbarte Gegenleistung von dem Initiator der Crowdfunding Aktion.

Der Erfolg einer Crowdfunding Kampagne hängt davon ab, dass man möglichst viele Menschen erreicht und diese sich an dem Projekt beteiligen.  Dabei sollte man sich nicht nur auf die Beschreibung des Projektes auf der Crowdfunding Plattform verlassen.

Damit die Crowdfunding Kampagne ein Erfolg wird, sollte man mehrere Informationskanäle bedienen. Um den Bekanntheitsgrad zu steigern, kann man eine eigene Webseite aufsetzen, eine Facebook Seite einrichten und weitere social Media Kanäle benutzen. Dabei sollte man auch die klassischen PR Kanäle (Zeitung, Magazine, TV, Radio, Existenzgründer Messen) nutzen.

Die Medien sollten auch dazu genutzt werden, um die alle Interessenten über den Stand des Projektes zu informieren. Eine Crowdfunding Kampagne wird dann erfolgreich sein, wenn man die Investoren zu Beteiligten machen kann. Wenn die Investoren von sich sagen: „ich bin bei dieser großartigen Idee dabei“, dann werden sie sich auch in Zukunft für das Projekt einsetzen.

Identifikation der Zielgruppe

Je besser man die Zielgruppe kennt, die man ansprechen möchten, desto erfolgreicher wird die Marketing Maßnahme sein. Es gilt immer noch der Spruch: „allen Menschen Recht getan, ist eine Kunst, die Niemand kann“. Zu Beginn einer Maßnahme hat man sicher nur eine grobe Vorstellung der Zielgruppe. Die Beschreibung eines potentiellen Investors sähe dann so aus:

  • zwischen 30 und 50 Jahre
  • hat genug Geld und ist risikobereit
  • ist männlich

Zugegeben, dabei handelst es sich um eine recht oberflächliche Beschreibung eines Investors. Über die Sozialen Medien und über die eigene Webseite kann man Kontakte zu den Investoren aufbauen, um sie näher kennenzulernen. Je genauer man die Zielgruppe für die Crowdfunding Kampagne kennt, desto erfolgreicher kann eine Marketing Maßnahme umgesetzt werden.

Crowdfunding Plattformen in Deutschland

In Deutschland gibt es mehrere Crowdfunding Plattformen. Einige markante Namen sind in der nachfolgenden Tabelle aufgeführt.

Anbieter Beschreibung
Startnext Startnext ist nach eigenen Aussagen die größte Crowdfunding Plattform in Deutschland. Startnext unterstützt die Interessenten mit eignen Workshops.
Steady Steady ist eine deutsche Crowdfunding Plattform mit Sitz in Berlin. Die Zielgruppe für diese Plattform sind Publisher von Blogs, Videos, Bildern oder Podcasts.
99 Funken Das ist eine Crowdsourcing Plattform, die von der Sparkasse initiiert wurde. Das Ziel ist die Förderung von regionalen Projekten.
Seedmatch Seedmatch ist eine Startup Crowdfunding Plattform. Ab 250 Euro kann man sich an vorausgewählten Startup Unternehmen beteiligen. Seedmatch wurde 2011 gegründet.
Econeers Crowdfunding Crowdfunding für Engerieeffiziens und grüne Technologien
Mezzany Crowdfunding Crowdfunding für Immobilien Projekte
ArtistShare Diese Crowdfunding Plattform wurde bereits 2003 gegründet. Diese Webseite unterstützt Künstler dabei, das Geld für die Produktion ihres Albums zu erhalten.
Kickstarter Die Plattform Kickstart stammt aus den USA und zählt weltweit zu den größten Crowdfunding Plattformen. Die Plattform kann auch von deutschen Startups genutzt werden. Diese Plattform wurde 2009 gegründet.

Da der Markt der Crowdfunding Plattformen sehr stark wächst, können wir nicht alle Crowdfunding Plattformen namentlich auflisten. Zu den aktuellen (Oktober 2018) Anbietern von Crowdfunding gehören u.a.: & V Capital, Rendity, ZinsCrowd, GreenVesting, transvendo, Exporo, dagobertinvest, Zinsland, LDUG, Immofunding, CrowdPartner, Wiwin, kapilendo, bettervest, Sarego, Bergfürst, Home Rocket, Lion Rocket, Clever Crowdinvest CrowdParnter.

Mehr zu Finanzierung mittels Crowdfunding

Wenn man sich im Internet, oder in der Literatur über Crowdfunding informiert, dann wird das donation-basierte Crowdfunding als das eigentliche Crowdfunding bezeichnet. Beim donation-basierte Crowdfunding schließen sich mehrere Menschen zusammen, um ein bestimmtes Vorhaben zu finanzieren. Dabei kann es sich um ein besonderes kreatives Projekt, oder um ein soziales Projekt handeln. Beispiele für das Crowdfunding sind:

  • die Beteilung an der Finanzierung eines Spielplatzes,
  • eines Brunnes oder eines Schulgebäudes in einem Entwicklungsland
  • die Förderung einer Ausstellung für einen Künstler
  • die Unterstützung von Hilfsprojekten

Die Förderung kann bereit mit einem kleinen Betrag, zwischen 5 Euro und 50 Euro, erfolgen. Als Gegenleistung für eine Beteiligung an einem donation-basierte Crowdfunding erhält man ein Dankeschön, oder eine Spendenbescheinigung. Das donation-basierte Crowdfunding kann als eine Art von Spende aufgefasst werden.

Stellen Sie sich einmal vor, dass Sie eine Firma gründen möchten und dafür Geld benötigen. Sie können versuchen, den Kredit:

  • bei Ihrer Hausbank aufzunehmen
  • bei der KfW aufzunehmen
  • einen Kredit von Privat aufzunehmen
  • den Betrag über eine Crowdfunding Kampagne zu bekommen

Bei dem Crowdfunding für Startups handelt es sich um das „Equity-based Crowdfunding“, das auch
Crowdinvesting genannt wird. Bei dem Crowdinvesting handelt es sich um eine Finanzierung, bei der die Anleger als stille Teilhaber an dem Unternehmen beteiligt werden. Der Anreiz für die Investoren liegt darin, auf eine hohe Rendite zu hoffen.

Für die Firmengründer ist es ganz wichtig, die Finanzierung des Startups nicht als eine einmalige Sache anzusehen. Wenn die Anleger den erhofften Gewinn bekommen, dann sind sie auch bereit das Unternehmen weiterhin zu unterstützen. Zufriedene Investoren können dabei helfen, ein neues Produkt auf den Markt zu bringen, oder dem Unternehmen helfen, weiterhin zu wachsen. Erfahrene Unternehmen wissen, dass Wachstum viel Geld kostet.

Kredit bei der Hausbank

Um einen Kredit bei der Hausbank zu bekommen, müssen Sie über ein festes Einkommen verfügen, oder entsprechende Sicherheiten nachweisen. Als Existenzgründer können Sie normalerweise kein festes Einkommen nachweisen. Wenn Sie kein festes Einkommen nachweisen können, dann wird die Bank eine Sicherheit für den Kredit verlangen. Dazu können Sie zum Beispiel:

  • eine Grundschuld auf Ihr Haus eintragen
  • Ihre Lebensversicherung abtreten
  • einen Bürgen stellen.

Selbständige, Freiberufler und Existenzgründer haben es schwer, einen Kredit von einer Bank zu bekommen.

Existenzgründer Kredit bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)

Die KfW stellt für Existenzgründer spezielle Kredite bereit. Mit dem ERP- Gründerkredit 067 kann der Existenzgründer bis zu 100.000 Euro bekommen. Die Bedingungen für die Förderkredite und die Konditionen, kann man auf der Internetseite der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) einsehen.

Kredite von Privat

Mit einem Kredit von Privat gibt es für Startups ebenfalls die Möglichkeit, einen Kredit aufzunehmen. Bei dem Kredit von Privat wird der Kreditbetrag nicht von einer Bank, sondern von privaten Investoren gezahlt. Die Privaten Investoren entscheiden auch über die Vergabe des Kredites. So kann es sein, dass der Kredit an Kreditnehmer mit einer nicht so guten Bonität vergeben wird.

Finanzierung über eine Crowdfunding Plattform

Startups können Ihr Vorhaben auch über eine Crowdfunding Kampagne finanzieren. Für Sie bietet sich das Equity-based Crowdfunding an, dass auch als Crowdinvesting bezeichnet wird. Im Gegenzug für das investierte Kapital, erhalten die Kapitalgeber einen Anteil an dem gegründeten Unternehmen. Der Vorteil des Crowdfundings besteht darin, dass keine Zinsen für das zur Verfügung gestellte Kapital gezahlt werden müssen.

Risiken für das Crowdfunding für Startups

Die Finanzierung von Startups ist immer mit einem hohen Ausfall Risiko verbunden. Obwohl die Investitionen in ein Startup Unternehmen mit einem hohen Ausfallrisiko verbunden sind, ergeben sich auf der anderen Seite sehr hohe Gewinnchancen. Aus diesem Grund sollten Sie niemals Ihr gesamtes Kapital bei einem Startup anlegen. Jede Geldanlage in ein Startup Unternehmen kann zu einem Totalverlust führen. Wenn Sie Ihr Geld bei Startups anlegen, dann sollten Sie Ihre Investitionen breit streuen, um so das Risiko eines Totalausfalls zu vermeiden.

Sowohl die Investoren, als auch die Existenzgründer, sollten sich mit den Risiken einer Startup Finanzierung auseinandersetzen. Wenn die Risiken bekannt sind, kann man die Auswirkungen abschätzen und ggf. etwas dagegen unternehmen. Unbekannten Risiken ist man meist schutzlos ausgeliefert. Die Investition in Startups sollte nicht dazu genutzt werden, um sich langfristig eine Altersvorsorge aufzubauen. Sie sollten nur dann in Startup Unternehmen investieren, wenn Sie genügend Geld übrighaben.

Fazit zur Finanzierung von Startups

Mit Crowdfunding eröffnet sich für Startup Unternehmen die Möglichkeit, eine eigene Firma zu gründen, auch wenn kein eigenes Geld vorhanden ist. Existenzgründer können damit Eigenkapital generieren. Wenn es den Firmengründern gelingt, die Investoren von Ihrer Gründungsidee zu überzeugen, dann bietet sich die Finanzierung über Crowdfunding Plattformen an. Die Investoren werden meist als stille Teilhaber an dem Unternehmen beteiligt. Die Crowdfunding Aktivitäten werden in den meisten Fällen direkt über Internetplattformen abgewickelt. Die Investoren können sich ab einer bestimmten Summe an dem Startup beteiligen.

Crowdfunding für Musiker und Bands

Welcher Musiker, oder welche Band hat nicht den Wunsch, eine eigene Platte auf den Markt zu bringen. Bei der Finanzierung dieses Vorhabens verhält es sich genau so, wie bei der Vergabe eines Kredites. Die großen Musikverlage unterstützen die erfolgreichen Musiker und Bands. Die Finanzierung der Alben für neue Künstler und Bands erfolgt nur in Ausnahmefällen.

Bei dem Crowdfunding für Musiker und Bands entscheiden nicht die Musikverlage, sondern Menschen, die die Musiker bereits kennen und gut finden. Das Risiko für den Einzelnen ist auch nicht besonders hoch. Bereits mit kleinen Beträgen kann man seine Lieblingsband unterstützen. Die Musiker bitten Freunde und Bekannte, sich mit ein paar Euro an der Produktion zu beteiligen.

Crowdfunding für Buchprojekte

Ein Buch zu schreiben kostet eine Menge Zeit. Wenn Sie eine Dokumentation über eine Stadt schreiben möchten, dann müssen Sie recherchieren, Bilder zusammentragen, die Bildrechte kaufen und schreiben muss man das Buch auch noch. Das fertig geschriebene Buch muss lektoriert und dann gedruckt werden. Allein der Druck des Buches kostet eine Menge Geld.

Die Buchverlage unterstützen bekannte Autoren, denn mit diesen können Sie Geld verdienen. Ein unbekannter Autor, der zum Beispiel eine Dokumentation über seine Heimatstadt schreiben möchte, ist für die meisten Verlage nicht lukrativ genug. Über eine Crowdfunding Plattform, kann man das Geld für die Erstellung des Buches zusammenbekommen.

Spielplatz für das Stadtviertel

Kleine und große Kinder brauchen einen Platz zum Spielen und an dem sie mit anderen Kindern zusammenkommen. Den Gemeinden fehlt oft das Geld, um die Spielplätze einzurichten und mit Schaukel, Klettergerüsten und Bänken auszustatten. In diesen Fällen bietet sich ebenfalls das Crowdfunding an. Die Investoren erhalten lediglich eine Spendenbescheinigung für Ihren Beitrag.

Fazit zum Crowdfunding für kulturelle Projekte

In diesem Abschnitt haben wir nur einige wenige Möglichkeiten aufgezählt, welche kulturellen und sozialen Projekte sich mit Crowdfunding unterstützen lassen. Sie können außerdem Ausstellungen von jungen Künstlern fördern, oder Filmprojekte unterstützen.

Equity-based Crowdfunding – Crowdinvesting

In der Vergangenheit war es für private Personen nur sehr schwer, sich generell an Investitionen bei Firmen zu beteiligen. Über Crowdfunding Plattformen dagegen, kann sich jeder als Investor betätigen. Als Gegenleistung für die Investition, erhält der Investor eine (meist stille) Beteiligung an dem Unternehmen.

Firmen können über Crowdfunding Plattformen finanzielle Mittel beschaffen, für:

  • die Entwicklung von neuen Produkten bis zur Produktionsreife
  • den Bau neuer Werkhallen
  • die Beschaffung neuer Maschinen
  • den Bau, oder die Sanierung von Gebäuden

Die Beschaffung von finanziellen Mitteln über das Crowdfunding ist oft einfacher, als die Finanzierung über einen Bankkredit, oder einen Kredit von Privat.

Bevor Sie sich über eine Crowdfunding Plattform mit einem höheren Betrag an einem Unternehmen beteiligen, sollten Sie das Unternehmen eingehend prüfen. Nach eingehender Prüfung sollten Sie:

  • die Erfolgsaussichten und die Kapitalstruktur des Unternehmens
  • die bestehenden Produkte und Produkte in der Entwicklung
  • den Markt für bestehende und neue Produkte
  • die Geschäftspartner des Unternehmens

genau einschätzen können.

Lending-based Crowdfunding – Crowdlending

Firmen haben auch die Möglichkeit, über die Crowdfunding Plattformen Kredite aufzunehmen. In diesem Fall spricht man von Crowdlending. Ähnlich wie bei einem Kredit von Privat, können sich die Investoren an dem Kredit mit einem bestimmten Betrag beteiligen, wobei ein Mindestbetrag festgelegt wird.

Wenn die vorgegebene Summe erreicht wurde, wird der Kreditbetrag an den Initiator ausgezahlt. Der Kreditnehmer zahlt den Kreditbetrag in den festgelegten Raten über die vereinbarte Laufzeit an die Investoren zurück.

Crowdfunding eignet sich nicht nur für die Finanzierung von Startups und Unternehmen. Diese Form der Geldbeschaffung kann für eine Reihe von unterschiedlichen Projekten genutzt werden, z.B. für:

  • Kauf von Immobilien für den geschäftlichen Bereich
  • Planung und Errichtung von Windkraftanlagen
  • Planung und Installation von Photovoltaik-Anlagen
  • Planung und Errichtung von Blockheizkraftwerken

Theoretisch könnte man auch den Bau des Eigenheims über Crowdfunding finanzieren.

Die Rechte eines Crowd-Investors in Deutschland sind seit dem 10. Juli 2015 durch das Kleinanlegerschutzgesetz geschützt. Das Ziel dieses Gesetzes war, den sogenannten grauen Kapitalmarkt zu regulieren. Das Gesetz hat einen maßgeblichen Einfluss auf das Crowdinvesting und den Betrieb der Plattformen für das Crowdfunding.

Fazit zum Crowdfunding

Beim Crowdfunding handelt es sich um eine relativ neue Form der Finanzierung von sozialen und kreativen Projekten, Produkten, Startups und Unternehmen. Die Aktivitäten für das Crowdfunding werden vorwiegend über Plattformen im Internet abgewickelt. Die Namensgebung für die einzelnen Verfahren ist nicht einheitlich geregelt. Der Begriff Crowdfunding, scheint sich bei einigen Experten als Oberbegriff durchzusetzen.

Das Crowdfunding hat seinen Ursprung in den englischsprachigen Ländern. Die hohe Anzahl der Plattform Anbieter in Deutschland zeigt, dass es auch bei uns sehr stark genutzt wird. Die Anzahl der ausgeschriebenen Projekte und das Volumen dieser Projekte, steigt von Jahr zu Jahr.

Das Crowdfunding wird vor allem in den Bereichen genutzt, in denen einen normale Kreditfinanzierung nicht so leicht ist. Vor allem Startup Unternehmen können sich auf diesem Weg das notwenige Geld für die Gründung der eigenen Firma besorgen. Allerdings sollten beide Seiten die Risiken genau analysieren, die mit einer Investition in Crowdfunding Maßnahmen verbunden sind.

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