Die umstrittenen Investmentvehikel werben damit, dass sie besondere Schutzvorkehrungen gegen Verluste treffen. Doch immun sind sie nicht: Im Krisenjahr 2011 schnitt die Branche schlechter ab als der S&P 500.
von Barbara SchäderFrankfurt
Die meisten Hedge-Fonds haben im vergangenen Jahr Verluste erlitten. Das geht aus einer Studie des Branchendiensts Hedge Fund Research (HFR) hervor. Der von dem Unternehmen erstellte HFRI Fund Weighted Composite Index, der die Leistung von mehr als 2000 Fonds misst, fiel 2011 um 4,8 Prozent. Es handelt sich um den ersten Jahresverlust seit 2008, als das Barometer um 18,3 Prozent abstürzte.
Der Begriff Hedge-Fonds leitet sich vom englischen Verb "to hedge" ab, was "sich absichern" bedeutet. Die Absicherungsgeschäfte der Fondsmanager konnten 2011 offenkundig mit den Turbulenzen auf den Finanzmärkten nicht Schritt halten. Neben der Euro-Krise erschütterten ein deutlicher Rückgang des US-Wirtschaftswachstums im zweiten Quartal und die Herabstufung der Vereinigten Staaten durch die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) die Börsen.
Schlechter als der S&P 500
In den USA haben sich die Aktienkurse seither allerdings wieder erholt: Der S&P 500 beendete das vergangene Jahr nach einem schweren Einbruch im Sommer praktisch unverändert. Auf Aktiengeschäfte spezialisierte Hedge-Fonds dagegen machten laut HFR kräftige Verluste, der entsprechende Sub-Index fiel um acht Prozent. Hauptgrund dafür seien der Kurseinbruch von Energieversorgern und Schwellenländer-Aktien, schreibt HFR. Einen geringen Gewinn hätten dagegen Fondsmanager erzielt, die sich auf Technologieunternehmen und die Gesundheitsbranche konzentrierten.
Auch auf Anleihen spezialisierte Investmentstrategen überstanden 2011 vergleichsweise glimpflich, der einschlägige HFR-Index stieg um 0,55 Prozent. Während die Anleihen hoch verschuldeter Euro-Staaten im vergangenen Jahr kräftig an Wert verloren, legten Schuldtitel einiger anderer Länder deutlich zu: US-Staatsanleihen beispielsweise brachten 9,8 Prozent Ertrag, Käufer von Bundesanleihen kamen auf eine Rendite von 9,6 Prozent.
Die Kurse der Papiere stiegen, weil die USA und Deutschland in der Krise als sichere Häfen gelten. Die Vereinigten Staaten profitieren trotz ihrer hohen Staatsschulden von ihrem Status als weltgrößte Volkswirtschaft. Die Bundesrepublik ist das wirtschaftsstärkste Land in Europa und verfügt verglichen mit den Krisenstaaten über solide Staatsfinanzen.
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