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Merken   Drucken   16.09.2009, 20:42 Schriftgröße: AAA

Finanzmärkte: Gefangen in der Blase  

Leitartikel Die Vermögenspreise steigen viel zu schnell. Eigentlich müssten die Notenbanken eingreifen. Doch sie können nicht, wenn sie die Realwirtschaft nicht treffen wollen.
Hereinspaziert, die Herrschaften, im Kasino brummt es wieder. Die Investoren stürzen sich auf Anleihen und Aktien, als hätte es nie eine Finanzkrise gegeben. Für Zweifel, so scheint es, ist da kein Platz: Was, wenn sie womöglich gerade die Chance des Jahrzehnts verpassen?
Dabei gäbe es so viel Anlass zum Zweifeln. Die größten Wirtschaftsräume mögen die Rezession hinter sich gelassen haben und auf dem Weg der Erholung sein. Doch weiß zum einen niemand, wie stark der Aufschwung ausfällt. Um die Euphorie der Finanzmarktteilnehmer fundamental zu rechtfertigen, müsste er schon gigantisch werden.
Wenn die Aktienkurse steigen und gleichzeitig die Anleiherenditen sinken, ist dies zum anderen ein sicheres Zeichen dafür, dass zu viel Geld im Markt ist. Es kommt von den Notenbanken. Seit Monaten pumpen sie es zu historisch günstigen Konditionen in den Markt. Eigentlich soll das Geld über günstige Kredite in die Realwirtschaft fließen und die Konjunktur ankurbeln. Doch nicht alle verwenden es so, wie es sich die Notenbanken vorstellen. Weil die Zinsen niedrig sind und Staatsanleihen nicht mehr viel Rendite abwerfen, suchen die Investoren immer riskantere Anlageklassen: Zuerst waren es die Unternehmensanleihen, jetzt sind es vor allem zyklische Aktienwerte.

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  • Aus der FTD vom 17.09.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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Kommentare
  • 17.09.2009 13:22:05 Uhr   Strichnid: Exit?

    Tja, nun wissen wir, dass die nächste Blase da ist, und sie ist auch schon wieder ziemlich groß. Nur diesmal scheint sie die Realwirtschaft nicht einmal ein bisschen mitnehmen wollen. Nirgends auf der Welt gibt es Anzeichen für eine künftig stärkere Kaufkraft der Verbraucher. Alle Nachfrage nach realen Gütern kann daher nur für Investitionen gedacht sein, die von einer wundersamen Konsumentennachfrage träumen, die nicht erfüllbar ist.

    Was mag das bedeuten, wie geht das aus? Wann platzt diese Blase und wie laut wird der Knall diesmal? Oder aber: Wie kann man die Vermögenswerte-Märkte umgehen um das Geld der Realwirtschaft zuzuleiten? Das Gießkannenprinzip der Zentralbanken scheint zum Scheitern verurteilt. Sie pumpen Blut in den Kreislauf, aber rund ums Herz verfetten die Arterien, während in den Fingerspitzen nichts ankommt.

    Wie kommt man da heraus?

  • 17.09.2009 10:39:14 Uhr   Börsenphilosoph: Keine Angst
  • 17.09.2009 10:25:27 Uhr   Melanie Gatzke: Das Glücksrad dreht sich wieder.
  • 17.09.2009 10:05:32 Uhr   Buschmann: Rohstoffpreis-Falle
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