Auswahl und Urteil - FTD-Autoren berichten über Wirtschaft, Politik und Gesellschaft
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Bei Fragen rund ums Abo wenden Sie sich bitte an unsere Service-Zentrale unter kundenservice@ftd.deGeehrter Herr Bayer,
Ihr glühendes Pladoyer für eine an Geldwertstabilität orientierte Zentralbank überträgt die Umstände, in denen in den 70er, in den 80er und in den 90er Jahren operiert wurde, auf unsere Zeit. Und die Effekte, die die sture Haltung einer allein am Inflationsproblem orientierten Zentralbank zeitigt. Wir befinden uns gerade in einer Situation, in der Staat und privat-Haushalte Schulden gleichzeitig abbauen müssen oder wollen. Die Inflationserwartungen, die sich an den deutschen 5Jahr-breakeven spiegeln, liegen bei unter 1%. Außer verteuerten Rohstoffen ist von einer 70er-Jahre-Inflation (steigende Einkommen - wo?) nichts zu bemerken. Darüber hinaus führt die gegenwärtige Weigerung der EZB, als lender of last resort zu fungieren, dazu, dass ein Land in Europa nach dem anderen bankrott gehen wird, wenn diese Weigerung noch ein paar Monate durchgehalten wird. Wollen Sie, dass die EZB am Ende den Währungsraum, dessen Inflation sie behüten soll, zerstört? Das ist doch absurd ...
Natürlich reicht eine 'bazooka' der EZB nicht aus, um das tiefere Problem der Handelsungleichgewichte in der Eurozone zu beheben. Aber wenn die bazooka nicht kommt, wird das Problem nicht mehr in der Eurozone zu lösen sein - weil es sie so nicht mehr geben wird. Oder ist es das, was Sie wollen?
P.S. - haben Sie schon mal von Krugman, Rubini, Eichengreen, de Grauwe, Münchau, Wolf etc. gehört? Sind das alles nur kurzsichtige linke Spinner?