FTD.de » Finanzen » Aktien + Märkte » Wolfgang Münchau - Warten auf den zweiten Einschlag

Merken   Drucken   26.08.2010, 10:00 Schriftgröße: AAA

Kolumne: Wolfgang Münchau - Warten auf den zweiten Einschlag  

Die Finanzmärkte sind weiterhin schlecht reguliert. Erst die nächste schwere Krise wird daran etwas ändern. von Wolfgang Münchau 
In diesem letzten Teil der Serie geht es um die Finanzmärkte. Im dritten Teil habe ich argumentiert, dass die globalen Ungleichgewichte die tiefe Ursache dieser Krise waren. Die Finanzmärkte spielten nur eine instrumentale Rolle, keine ursächliche.
Da die globalen Ungleichgewichte wieder auftreten werden, ist es völlig legitim, sich mit diesen instrumentalen Fragen zu befassen. Die Finanzmärkte sind das Bindeglied zwischen Ungleichgewichten und Krise. Und nach all dem, was wir jetzt wissen, werden sie diese Rolle wieder wahrnehmen.
Wenn man sich mit Krisen beschäftigt und Empfehlungen ausspricht, sollte man der Versuchung widerstehen, sich zu konkret mit der vorangegangenen Krise auseinanderzusetzen. Es bringt nichts, wenn wir jetzt anfangen, Verbriefungsprodukte mit exotischen Namen wie CDO zu reglementieren. Ich habe mich an dieser Stelle für eine Regulierung der Kreditderivate ausgesprochen, weil deren Missbrauch dem öffentlichen Interesse zuwiderläuft. Aber ein Ausweg aus der Krise sind solche Vorhaben nicht. Eine Stärkung des Eigenkapitals der Banken, wie sie vom Baseler Ausschuss vorgeschlagen wurde, ist sicherlich ebenfalls wünschenswert, wird die nächste Krise aber wohl auch nicht verhindern.

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  • FTD.de, 26.08.2010
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Kommentare
  • 02.09.2010 20:54:16 Uhr   Thorsten Joff: Ans Licht mit den Schattenbanken

    Griechische Banken ziehen seit dem Ausbruch der GR-Krise *pro MONAT ca. 100.Mrd EUR* an Frischgeld aus der EZB raus, um überhaupt noch den Geldkreislauf in GR aufrecht zu erhalten!
    Auf anderer Seite ziehen also griechische Bürger und Unternehmen ihre Barvermögen ab und transferieren diese ins Ausland, während wir umgekehrt Banken mit EU-Hilfe füttern.

    Spätestens in 1-2 Jahren ist der Transfer der EU-Kredite (148 Mrd.) nach GR, dank politisch unerschütterlichen Banken-Patronage gegen eine Umschuldung, dann zu den Gläubigerbanken abgeschlossen! So sind dann nur griechisches Volk und Wirtschaft unterm IWF für Jahre ruiniert!

    GR-Zahlungsunfähigkeit wird dann nur auf dem Rücken der EU-Steuerzahler und Griechen (statt nur der fahrlässigen Banken) zwangsläufig kommen, da nach Adam Riese GR seit Jahren weder bisher noch trotz aller fatalen Sparorgien wird auch zukünftig nie mehr auch nur ihre Refinanzierungszinsen finanzmathematisch stemmen können, schon gar nicht nach dem Auslauf der EU-KreditGARANTIEN, wo unter IWF-Vorgaben Wirtschaft und Binnennachfrage für Jahrzehnte dort krepiert sein werden!

    Die meisten EU-Staaten sind durch eigene lockere Schuldenpolitik analog USA/UK/JP völlig überschuldet und stemmen gerade eigene laufende Refinanzierung ihrer Staatsschuld nur noch durch die sicher auch deshalb künstlich von den der Politik unterwürfigen Zentralbanken niedrigst gehaltenen Finanzmarktzinsen. Diese Refinanzierung läuft größtenteils über die wenigen großen Investmentbanken, die u.a. direkt oder indirekt auch griech. Gläubiger sind und auch sonst weltweit die Finanz- und Rohstoffmärkte durch (in Krisen fast ungedeckte) CDS-Wetten lt. BIZ über 1000 Billionen US$ ungehemmt manipulieren!

    Wenn EU/USA/DE/UK/JP also zu Josef und Lloyd nicht ganz doll lieb sind, dann werden die Finanzmärkte gezielt in Panik aufgescheucht und die Refinanzierung so auch für DE/EU/US/UK/JP kollabiert umgehend! So einfach ist die Appeasement-Logik von Olli, Jean-Claude und Nikolas auf dem unfreiwillig und unverschuldet geschundenen Rücken der 500 Millionen EU-Steuerzahler in Geiselhaft dieser demokratisch von den EU-Völkern völlig unlegitiemierten EU-Kommission und des EU-Rats!

    Wenn diese selbstberufenen EU-Hegemonen noch „grande cochones“ hätten, so würden sie ihre Refinanzierung, alle Bankkonten natürlicher Personen und komplettes Kreditgeschäft zumindest vorübergehend über Nacht direkt auf EZB übertragen, und die Bankenlandschaft dann zentral ungehemmt bereinigen, ohne selbst dabei erpressbar zu sein (USA haben bisher 300 Banken eingestampft, EU keine)!

  • 27.08.2010 10:54:29 Uhr   Strichnid: @Stephan
  • 26.08.2010 14:52:50 Uhr   Achim S.: Bedrückend, aber wahr
  • 26.08.2010 14:37:27 Uhr   charles: Paneuropäische Regulierung
  • 26.08.2010 12:48:26 Uhr   Stephan: Austrian School of Economics
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