Nicht Informationsdefizite sind der Grund, dass Anleger immer hektischer agieren. Schuld ist ein Zuviel an Informationen. Warum es hin und wieder gut ist, auf Laptop oder Blackberry zu verzichten. von Georgia Hädicke
"Irren ist menschlich, aber wer richtig Mist bauen will, der braucht einen Computer." Das geflügelte Wort, das dem amerikanischen Journalisten Dan Rather zugeschrieben wird, ziert als hübsch gestaltetes Postkärtchen so manchen Arbeitsplatz. Doch auch Anleger sollten darüber nachdenken, mit derlei in der Bahnhofsbücherei erhältlichen Sinnsprüchen ihren PC zu verschönern. Denn so nützlich die moderne IT bisweilen ist, so beeinflusst sie offenbar doch unserer Investitionsverhalten.
Nach Ansicht von Virginie Maisonneuve, Leiterin der Abteilung globale Aktienmärkte beim Investmenthaus Schroders, ist die Spaltung unserer Aufmerksamkeit durch die Nutzung elektronischer Geräte ein wichtiger Zukunftstrend. Nicht allein nur das Algo-Trading, bei dem in Blitzgeschwindigkeit Kauf- und Verkaufsaufträge durch die Netze gejagt werden, ist demnach verantwortlich für die starken Marktschwankungen, wie sie zuletzt zu beobachten waren. Sondern jeder Anleger, der mit Laptop, iPhone, iPad und Blackberry bewaffnet durch die Lande zieht.
Nun dürfte man meinen, dass ein Anleger, der regelmäßig und überall in der Lage ist, sich über das Weltgeschehen im Allgemeinen und das Marktgeschehen im Besonderen zu informieren, ungemein im Vorteil ist. Stimmt aber laut Maisonneuve gar nicht: "Es gibt Studien, die zeigen, dass es eine optimale Menge an Informationen gibt. Wird diese überschritten, treffen wir schlechtere Entscheidungen", sagt sie.
Laut der Nielsen Company, einem Analysehaus für Mediennutzung, haben Entscheider heute im Schnitt fünf bis sechs elektronische Informationsgeräte zur Hand. "Das verführt zu vorschnellen Entscheidungen", sagt Maisonneuve. Dass verkürzte Aufmerksamkeitsspannen die Daddelgeneration etwa in der Schule von dem zweifelhaften Vergnügen abhalten, Goethes "Erlkönig" auswendig zu lernen, beklagen Lehrer schon seit Längerem. Doch verspekuliert ein Anleger sich wirklich, weil ihn der Nachbar via Facebook-Statusmeldung über den aktuellen Belag seines Bagels informiert?
Laut der Präsentation von Schroders hat sich zumindest die Haltedauer bei Wertpapieren in den vergangenen 40 Jahren von sieben Jahren auf sieben Monate verkürzt - nicht zuletzt weil überinformierte Anleger wie aufgescheuchte Hühner wegen jeder Kleinigkeit ständig verkaufen oder kaufen.
Bleibt die Frage, was Investoren nun mit der Information, dass sie zu viele Informationen bekommen, anfangen sollen. "Versuchen, trotzdem langfristig zu denken", rät Aktienstrategin Maisonneuve.
Wenn Sie mehr Informationen dazu wollen, sagen Sie einfach Bescheid. Problemlösungen beginnt ja immer damit, zuzugeben, dass man ein Problem hat.
Aus Sicherheitsgründen möchten wir Ihre E-Mail-Adresse bestätigen.
Klicken Sie bitte dazu den Aktivierungs-Link, den wir Ihnen
gerade per E-Mail an zugesendet haben.
Kursverluste, Ärger mit Behörden und der Nasdaq: Das Börsenparkett ist zu glatt für Facebook. Die Internetstars aus Kalifornien sehen am Aktienmarkt aus wie Anfänger. Damit es Ihnen nicht so geht: Testen Sie Ihr Börsenwissen.
Bei einem Verlust von 30 Prozent - wie stark müsste der Aktienkurs steigen, damit Sie wieder beim Anfangsniveau angelangt sind?
Seit der Erstnotiz ging der Kurs der Facebook-Aktie Tag für Tag nach unten. Erstmals erzielt das Papier nun einen Tagesgewinn. Neue Daten zum Streubesitz der Aktie lassen aber nichts Gutes vermuten. mehr
Am Abend treffen sich die EU-Staats- und -Regierungschefs, um über Konjunktur und Eurobonds zu beraten. Davor zeigt sich: Die Anleger flüchten in die Sicherheit Deutschlands. Die Kurse deutscher Staatsanleihen steigen auf Rekordwerte. mehr
Dass ein Unternehmen wie Facebook aus einem Börsengang finanziell das Maximale herausholen will, ist verständlich. Doch die Investmentbanker von Morgan Stanley hätten Mark Zuckerberg bremsen müssen. Sie machten gleich mehrere Fehler. mehr
Das Börsendebüt von Facebook beschert nicht nur den Aktionären hohe Verluste. Auch deutsche Derivateanleger können mit dem Investment bislang nicht zufrieden sein. mehr
Wer seit Jahresbeginn auf Aktien setzt, kann sich bislang über einen satten Gewinn freuen. Mischen Sie mit bei der Rally - im Quiz von FTD.de. Testen Sie ihr DAX-Wissen.
Der Börsenbetreiber NYSE versucht, Facebook von der Nasdaq wegzulocken. Dabei sind die Qualitätsunterschiede zwischen den Rivalen minimal. Ein Vergleich mehr
Nicht nur die USA selbst, auch die Banken des Landes glänzen nicht mehr mit bester Bonität. Sollten Moody's oder S&P den Daumen senken, würde das Milliarden kosten. Die Investmentbank Morgan Stanley hat schon mal vorsorglich ermittelt, wie viele. mehr
Mit einem riesigen Fonds will Tokio neue Techniken unterstützen. Über eine Investitionskapazität von rund 18,6 Mrd. Euro verfügt INCJ. Doch das Geld kommt nicht nur kleinen Firmen zugute, sondern auch Großkonzernen mit nennenswertem Eigenkapital. mehr
Die Lage der US-Banken bessert sich: Im ersten Quartal steigen die Gewinne auf Vorkrisenniveau. Die Schuldenkrise in Europa tangiert die Branche kaum. mehr
Sie bieten Fahrspaß und Werterhalt: Youngtimer werden als Anlageobjekte immer beliebter. Am besten laufen derzeit Sondermodelle und Cabrios mit starker Motorisierung - und der Citroën 2CV, die Ente. mehr
In beinahe jedem Mietvertrag steht, dass die Renovierung Sache des Mieters ist. Viele dieser Klauseln hat der Bundesgerichtshof jedoch zuletzt gekippt - und damit Millionen von Mietern das Streichen erspart. FTD-Online erklärt die Rechtslage mehr
Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions
AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!