Der Optimist kauft Gold und Silber , der Pessimist Konserven. Bei Silber zumindest tut sich der Markt schwer mit dieser Anlegerweisheit. Denn der erwartete kräftige Preisanstieg nach dem jüngsten Einbruch dürfte noch etwas auf sich warten lassen. Bis dahin profitieren Anleger mit Discountzertifikaten von der aktuellen Konsolidierung der Silbernotierung.
Nachdem der Silberpreis sich von seinem Tief Ende 2011 wieder erholt und in den ersten beiden Monaten 2012 knapp 25 Prozent zugelegt hatte, gab er seit Ende Februar wieder knapp zehn Prozent ab. Die Rohstoffanalysten der Commerzbank gehen davon aus, dass der Preisrutsch Schnäppchenjäger anlocken wird.
Wie Gold wird auch Silber zum Werterhalt gegen Inflation genutzt. Gleichzeitig profitiert der Industrierohstoff auch von einem Aufschwung der Wirtschaft. Die Commerzbank-Analysten sehen den Preis für das Edelmetall am Jahresende bei 38 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm), die Experten von Thomson Reuters GFMS blicken gar in Richtung 40 Dollar. Kurzfristig könnte Silber aber noch einmal unter Druck geraten, warnt Daniel Briesemann, Rohstoffanalyst der Commerzbank: "Die von Bloomberg erfassten Silber-ETFs verzeichneten am Dienstag Abflüsse von 630 Tonnen. Das waren die höchsten Abflüsse seit Beginn der Datenreihe im April 2006." Dieser Umstand sorgt derzeit für einen volatilen Handeln, was Käufer von Discountzertifikaten wiederum günstige Konditionen beschert.
Defensiv ausgerichtete Anleger achten bei der Zertifikateauswahl auf einen ausreichenden Sicherheitspuffer. Das sollte bei dem in der Tabelle aufgeführten währungsgesicherten Discounter von RBS der Fall sein. Das Papier hat einen Höchstauszahlungsbetrag (Cap) von 27 Euro und kostet 25 Euro. Erst wenn dieser Kurs, der rund 19 Prozent unter dem aktuellen Silberpreis von knapp 31 Dollar liegt, bei Fälligkeit unterschritten wird, entstehen Verluste. Bleibt der Silberpreis dagegen oberhalb des Caps, streichen Anleger den Höchstbetrag von 27 Euro ein, was eine Rendite von 8,5 Prozent pro Jahr bedeutet.
Wer mehr will, wählt einen höheren Cap und verzichtet auf einen größeren Puffer, wie bei dem Discounter der DZ Bank, der eine Maximalrendite von 17,4 Prozent ermöglicht. Dafür beträgt der Sicherheitspuffer bei diesem Papier nur noch 7,3 Prozent. Noch etwas riskanter ist das Discountzertifikat der Commerzbank, das mit einem Cap von 36 Euro ausgestattet ist und eine jährliche Rendite von maximal knapp 30 Prozent verspricht.