Neil Barofsky warnt vor einer neuen Finanzkrise
Das Rettungspaket TARP wurde kurz nach der milliardenschweren Insolvenz der US-Investmentbank Lehman Brothers im September 2008 aufgelegt. Der damalige Finanzminister Henry Paulson versicherte, die US-Regierung werde Pleiten weiterer systemrelevanter Banken nicht zulassen. Paulson reagierte damit auf die weltweite Erschütterung der Finanzmärkte durch die Lehman-Pleite, die zahlreiche weitere Banken ins Straucheln brachte.
International vernetzte Großbanken gelten seither nicht nur in den USA als "too big to fail" - zu groß, als dass der Staat ihr Scheitern zulassen würde. Diese bis heute implizit fortwirkende Garantie habe fatale Folgen, schreibt Barofsky. Den Bankern selbst habe sie den Eindruck vermittelt, dass sie die Konsequenzen riskanter Geschäfte letztlich nicht ausbaden müssten. Dies beflügele eine Zocker-Mentalität nach dem Motto "bei Kopf streiche ich Gewinne ein, bei Zahl wird die Regierung mich raushauen".
"Teufelskreis aus Booms, Abstürzen und Bankenrettungen"
Zum anderen verschaffe das Prinzip "too big to fail" den Großbanken klare Wettbewerbsvorteile, kritisiert der TARP-Kontrolleur. Sie würden von Ratingagenturen wegen der impliziten staatlichen Garantie als besonders kreditwürdig eingestuft und könnten sich damit günstiger refinanzieren als andere Institute. Auch Investoren und Gläubigern seien gegenüber den von Großbanken eingegangenen Risiken weniger wachsam. "Diese Institute und ihre Manager haben allen Anreiz, genau die Verhaltensmuster zu verfolgen, die die nächste Finanzkrise auslösen könnten. Das würde zu einem Teufelskreis von Booms, Abstürzen und Bankenrettungen führen."