Händler an der Euronext in Paris
Die Welt könnte so einfach sein: Steigende Preise sind gute Preise, fallende Preise sind schlechte Preise. Von diesem simplen Bild scheinen die Marktaufseher in Frankreich, Italien, Spanien, Belgien und Griechenland auszugehen. Denn damit begründen sie implizit ihre Leerverkaufsverbote für bestimmte Aktien, zumeist Papiere von Banken und Versicherern.
Seltsam nur, dass den großen Krisen an den Finanzmärkten, die auch die Wirtschaft jeweils hart getroffen haben, nicht massiv fallende Kurse vorausgegangen waren, sondern massiv steigende. Wenn sie geplatzt sind, wird über "Blasen" gerne lamentiert.
Wenn es aber zur Beruhigung eines vermeintlichen Volkszorns opportun erscheint, sind es fallende Kurse und die bösen Spekulanten, die durch diese sagenumwobenen Leerverkäufe den Weltuntergang herbeiführen. Dazu kommt manchmal noch das sehr emotionale Argument, hier ginge es um eine Art Leichenfledderei, wohingegen massive steigende Kurse, also Blasen, von Euphorie begleitet sind, also einem positiven Gefühl. Der Aktienmarkt ist einer der wenigen Märkte überhaupt, bei dem Hyperinflation positiv betrachtet wird: "Die Stimmung auf dem Parkett ist gut", heißt es dann, wenn alles teurer wird.