Es gab schon spannendere Quartalsberichte der Deutschen Telekom . Einerseits, da die Zahlen insgesamt im Rahmen der Erwartungen oder sogar leicht drüber lagen. Andererseits, da die großen strategischen Würfe entweder erst vor Kurzem verkündet wurden - die geplante Fusion mit MetroPCS in den USA -, oder aber erst noch verkündet werden.
Und zwar am 6. und 7. Dezember, wenn der Konzern zu den Analystentagen einlädt. Auch dort wird jene Frage im Fokus stehen, die derzeit die ganze Branche beschäftigt: Wie sicher ist die Rente? Also wie sicher ist die Rendite der Rentenpapiere der Telekommunikationsfirmen? Die Antwort auf diese Frage ist natürlich trivial: Sie ist gar nicht sicher, wie jede Dividendenrendite.
Es sei denn, die EZB würde ankündigen, auch Aktienkurse stützen zu wollen. Doch aktuell sorgen sich die Renditejäger weniger um die Aktienkursvolatilität, als um die absolute Ausschüttung. Telefónica , Telekom Austria , KPN oder France Telecom - sie alle haben bereits angekündigt, die 2012er-Dividende zu kürzen oder ganz zu streichen. Womit die mittlere Dividendenrendite der europäischen Ex-Monopolisten 2012 auf 5,4 Prozent (nach 7,2 Prozent 2011) sinkt.
Mit ihren 8,3 Prozent könnte sich die Telekom da durchaus eine Kürzung leisten. Der Konsens rechnet ohnehin nur noch mit 0,64 Cent für 2013. Die Ratingagenturen, die seit Jahren die Telkos nur noch runterstufen, wären davon wohl ebenso begeistert wie die Anleihebesitzer. Zwar sind diese bei der Telekom noch entspannter als bei einigen Rivalen, da die Nettoschulden dem 2,1-Fachen des 2012er-Ebitda entsprechen, knapp unter Sektorschnitt.
Zudem profitiert die Telekom vom "Deutsche" in ihrem Namen. Denn in Europa korrelieren die CDS-Spreads der Telkos eng mit jenen ihrer Heimatländer. Doch die Spreads zeigen noch was anderes: dass die Länder derzeit wieder als sicherer erachtet werden als die Telkos. Auch wenn die Telekom ihre Dividende derzeit noch locker aus dem freien Cashflow bezahlen kann, dürfte sie derzeit wenig Gegner für eine konservativere Schuldenpolitik haben. Zumal üppige Investitionen hierzulande und in den USA anstehen.