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Merken   Drucken   07.05.2010, 18:06 Schriftgröße: AAA

Dax & Stoxx-Schlussbericht: Anleger am Rande des Nervenzusammenbruchs  

Zweiter Teil der Horrorshow: Binnen Minuten stürzen die europäischen Indizes ab und wecken böse Erinnerungen an die Wall-Street-Panik des Vortages. Auch in New York verläuft der Handel turbulent. Der Dax fängt sich erst knapp über 5700 Punkten. von Thomas Spinnler, Frankfurt
Die Hoffnungen auf ein Ende der Kursstürze wurden enttäuscht. Nachdem sich der Dax beinahe bis an sein Vortagesniveau herangepirscht hatte, setzten gegen 16 Uhr Verkäufe ein, die den Index bis weit unter die 5700-Punkte-Marke peitschten. Der Dax erholte sich von seinen Tiefständen, nachdem an der Wall Street einige Anleger offenbar die Gelegenheit zum Schnäppchenkauf nutzten.
Der deutsche Leitindex schloss um 3,3 % leichter bei 5715 Punkten. Zeitweise hatte er bei 5655 notiert. Der europäische Auswahlindex Stoxx 50  sackte um 3,7 % ab. Der Pariser CAC 40  verlor 4,6 %, in London knickte der FTSE 100  um 2,6 % ein. Die europäischen Indizes erlebten damit die schlimmste Woche seit 18 Monaten.
Erst am Donnerstag hatte die Furcht vor einer Ausbreitung der griechischen Schuldenkrise die Wall Street auf eine Talfahrt historischen Ausmaßes geschickt. Zeitweise rauschte der Dow Jones  fast 1000 Punkte in die Tiefe und sorgte für Panik unter Händlern.
Die heftigen Turbulenzen und die Fragilität der Märkte zeigen, wie schlecht es um das Nervenkostüm der Anleger nach wochenlangen Hiobsbotschaften zum Thema Schuldenkrise in der Euro-Zone bestellt ist. Die Angst, dass dieses Problem die Konjunktur weltweit abwürgen könnte, beherrscht die Aktionen der Investoren.
Die Strategen der Citigroup zeichnen ein düsteres Bild für die Zukunft der Aktienmärkte in Europa. In einer aktuellen Studie rechnen sie vor, dass die Schuldenkrise die Aktienmärkte bis zu 20 % in den Keller schicken könnte - eine so genannte Korrektur. Christian Tegllund Blaabjerg, Aktienmarkt-Stratege bei der Saxo-Bank, charakterisiert die Situation mit erfrischender Klarheit: Man könne nicht alle Probleme mit Rettungspaketen lösen, so der Experte. Damit verschiebe man Kapital nur von einer Bilanz auf eine andere. Das sei keine Lösung und die Märkte beginnen, das zu begreifen.
Gegen die Verkaufswut der Pessimisten kamen freundliche Konjunkturdaten nicht an: Die deutsche Industrieproduktion stieg im März um 4 % gegenüber dem Vormonat. Damit übertraf sie die Prognosen der Experten deutlich. "Trotz der Nervosität an den Kapitalmärkten dürfte der Erholungsprozess hierzulande auch in den kommenden Monaten anhalten" kommentierte Nord/LB-Analyst Mario Gruppe.
US-Arbeitsmarktdaten ohne Wirkung
Die zunächst positive Wirkung des guten US-Arbeitsmarktberichts verpuffte ebenfalls: Dort wurden im April unerwarteterweise 290.000 Stellen neu geschaffen. "Die Wende am Arbeitsmarkt scheint auch abseits des Sondereffektes der Volkszählung 2010 geschafft. Insgesamt stützen die Zahlen die Erwartung einer anhaltenden Konjunkturerholung", schrieb Helaba-Experte Ralf Umlauf. Allerdings sei der Stellenzuwachs nicht so hoch, dass starke Zinserhöhungserwartungen bezüglich der Fed geschürt würden.

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17:16:02 Kursinformationen und Charts
Name aktuell  absolut  
DAX 6708,37    -1,18%  -80.43
    % 
CAC 40 3383,47    -1,20%  -41.24
Euro Stoxx 50 2486,71    -1,41%  -35.63
  • FTD.de, 07.05.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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  DAX 6708,37  [-80.43 -1,18%
  Euro Stoxx 50 2486,71  [-35.63 -1,41%
  Dow Jones 12780,61  [-109.85 -0,85%
  Nasdaq Composite 2907,46  [-19.77 -0,68%
  Euro 1,3188 USD  [-0.0087 -0,66%
  Brent-Öl 116,68 USD  [-0.84 -0,71%
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