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  Cebit 2010 FTD-Serie: Grün und wolkig

Die Cebit steht in diesem Jahr ganz im Zeichen der Sicherheit. Zudem spielen Themen wie Green-IT und Cloud Computing vom 2. bis zum 6. März wieder eine wichtige Rolle in Hannover. FTD.de präsentiert in seinem Spezial Fakten, Neuigkeiten und Hintergründe.

Merken   Drucken   01.03.2010, 15:22 Schriftgröße: AAA

Nach Krisenjahr: Bitkom blickt optimistisch bis 2011

August-Wilhelm Scheer, Chef des IT-Verbands, gibt sich für die kommenden zwei Jahre zuversichtlich. Hoffnungsträger seien mobiles Internet und Banken, die nach den Überlebenskämpfen in der Branche wieder "investitionsfähig" seien.
Der Computerabsatz in Deutschland wird im laufenden Jahr nach Überzeugung des Fachverbands Bitkom auf ein Rekordhoch steigen. "Der Investitionsstau bei IT-Lösungen in Unternehmen löst sich allmählich auf", sagte Verbandspräsident August-Wilhelm Scheer am Montag in Hannover. Er rechnet mit einem Anstieg der Verkäufe um sechs Prozent auf 13,6 Millionen Stück im Wert von insgesamt 6,6 Mrd. Euro.
Mobile Geräte erleben einen Boom   Mobile Geräte erleben einen Boom
70 Prozent davon seien inzwischen tragbare Geräte wie Laptops oder Notebooks, sagte Scheer vor Eröffnung der Computermesse Cebit. Der Durchschnittpreis fiel schon 2009 um zehn Prozent auf 521 Euro. Wegen des Preisverfalls stagniert der PC-Umsatz trotz steigender Verkaufszahlen.
Der gesamte deutsche Markt der Informationstechnik steigt 2010 laut Bitkom um 1,4 Prozent auf 64,4 Mrd. Euro, für 2011 erwartet der Verband sogar 3,8 Prozent Wachstum. Die Telekommunikation sinkt dagegen um 1,1 Prozent auf 63 Mrd. Euro. 2011 soll der Markt stagnieren.
Impulse aus der Finanzbranche Den Rückgang der Umsätze mit Sprachdiensten können die Unternehmen bisher nicht mit den wachsenden Erlösen mit Datendiensten ausgleichen. Einen Schub wird nach Scheers Einschätzung aber die wachsende Verbreitung von internetfähigen Handys bringen. Bereits 2009 sei die mobil übertragene Datenmenge um 250 Prozent gestiegen.
Aus der Finanzbranche - mit ihr machen IT-Unternehmen ein Zehntel ihrer Umsätze - seien dabei deutliche Impulse zu erwarten, sagte Scheer. "Die Finanzinstitute haben die Krise überwunden, weisen Gewinne aus und sind investitionsfähig." Zudem hätten Banken und Versicherungen oft Nachholbedarf, etwa, weil viele von ihnen mit mittlerweile renovierungsbedürftigen Eigenentwicklungen arbeiteten.
Der Markt für Unterhaltungselektronik werde 2010 um 1,2 Prozent auf 12,2 Mrd. Euro schrumpfen, sagte Scheer. "Es gab zuletzt eine große Steigerung bei LCD-Fernsehern." Großereignisse wie die am Wochenende zu Ende gegangene Winterolympiade hätten die Umsätze getrieben. Allerdings kann das die insgesamt gesunkene Nachfrage nicht ausgleichen. Nach dem Aufwärtstrend der vergangenen Jahre ist ein gewisser Sättigungseffekt bei den Konsumenten eingetreten.
"2010 ist ein Übergangsjahr"
Insgesamt aber ist die Stimmung in der Branche wieder besser als im Krisenjahr 2009. "2010 ist ein Übergangsjahr", sagte Scheer. 2009 hatte die Branche noch ein Minus von 4,3 Prozent auf 139,5 Mrd. Euro verbucht.
Cebit: Highlights der Messe (00:01:44)
Cebit: Highlights der Messe (00:01:44)
"Wir dachten zunächst, wir kommen mit einem blauen Auge davon, haben dann aber eine deutliche Kundenzurückhaltung verspürt." Auf den Umsatzrückgang des vergangenen Jahres hatte die Branche nicht mit einem Arbeitsplatzabbau reagiert. Die Zahl der Stellen sei mit 830.000 stabil geblieben.
Die Unternehmen der Branche sind für das kommende Jahr wieder optimistischer: 59 Prozent der vom Bitkom befragten Firmen erwarten für das erste Quartal einen Umsatzanstieg. "Wir können eine positive Grundstimmung zum Ausdruck bringen." Zur Rentabilität hat Bitkom keine Untersuchungen angestellt. "Bei großen Unternehmen ist der Profit eigentlich nicht eingebrochen", sagte Scheer lediglich.
  • FTD.de, 01.03.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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