Philips gliedert sein schwächelndes Fernsehgeschäft aus und bringt es in ein Joint-Venture mit dem chinesischen Bildschirmhersteller TPV Technology ein. Das teilte der niederländische Elektronikkonzern am Montag mit. An dem Gemeinschaftsunternehmen soll Philips noch 30 Prozent halten. Anleger goutierten den Deal: Der Aktienkurs des Unternehmens stieg zeitweise um drei Prozent.
Mit TPV arbeitet Philips seit Jahren zusammen. Das Unternehmen tritt als Lizenznehmer von Philips-Fernsehern in China auf. Weitere Lizenzpartner der Niederländer sind Funai in den USA und Videocom in Indien.
Schon seit Langem haben Analysten wiederholt die Abspaltung des TV-Geschäfts empfohlen. Philips leidet unter der starken Konkurrenz von preisaggressiven Rivalen wie Samsung , LG Electronics , Sony und Panasonic . Auch Siemens und Nokia produzierten einst Fernseher, hatten den asiatischen Wettbewerbern aber nichts entgegenzusetzen und gaben die Fertigung auf.
Der Ausstieg von Philips ist ein weiteres Kapitel in dem langen Niedergang der europäischen TV-Industrie, dem bereits traditionsreiche Firmen wie Grundig, Schneider und Telefunken zum Opfer fielen. Auch der größte deutsche TV-Hersteller Loewe , dessen Geräte im Schnitt noch deutlich teurer sind als die von Philips, kämpft derzeit mit schwachen Absatzzahlen und meldete Kurzarbeit an.
Der Markenname Philips soll für Fernsehgeräte bestehen bleiben. Von 2013 an soll der Konzern dafür Lizenzgebühren erhalten. Im ersten Jahr sollen sie bei mindestens 50 Mio. Euro liegen. Ab 2014 sollen die Gebühren 2,2 bis drei Prozent des Umsatzes ausmachen. Nach sechs Jahren besteht die Option zum Verkauf der Philips-Anteile an TPV. Fernseher der Marke Philips gibt es bereits seit 1928. In den vergangenen Jahren hat sich der Konzern bereits unter anderem von Halbleitern und Mobiltelefonen getrennt.
Teil 2: Konzernchef zeigt sich unzufrieden