Das einst gefeierte Soziale-Netzwerk Facebook rutscht immer tiefer in die Krise. Am Dienstag trennte sich Dustin Moskovitz, einer der Mitbegründer des Unternehmens von 450.000 Aktien. Er verkaufte zu einem Preis zwischen 19,38 und 20 Dollar, berichtet die Agentur Bloomberg.
Damit verbleiben zwar noch über sieben Millionen Aktien bei Moskovitz, dennoch ist es ein weiterer Schlag für die Firma von Marc Zuckerberg. Kurz nach dem Börsengang häufen sich die Ausstiege prominenter Investoren. Erst vergangene Woche endete die erste Haltefrist für die Aktie.
Moskovitz hatte sich mit Zuckerberg ein Zimmer im Studentenwohnheim an der Eliteuni Harvard geteilt und Facebook im Jahr 2004 mit aus der Taufe gehoben. 2008 verließ er das Unternehmen, behielt aber seinen Anteil. Anders als Ex-Kommilitone Zuckerberg trennte sich Moskovitz beim Börsengang von keiner einzigen Aktie.
Erst vor wenigen Tagen hatte sich der in Deutschland geborene Peter Thiel von einem Großteil seiner Anteile getrennt. Thiel, Mitgründer des Onlinebezahldienstes Paypal, ist Wagniskapitalgeber und Hedge-Fonds-Manager und sitzt im Verwaltungsrat des Sozialen Netzwerks, dem höchsten Firmengremium. Er war ein Facebook-Investor der ersten Stunde.
Aus einer am Montag veröffentlichten Börsenmitteilung geht hervor, dass Thiel in der vergangenen Woche insgesamt 20,06 Millionen Anteilsscheine verkauft hat. Die Haltefrist für Alteigentümer war am Donnerstag abgelaufen und die Aktie nach massiven Verkäufen weiter eingebrochen. Teils kostete sie weniger als halb soviel wie beim Börsengang im Mai mit 38 Dollar. Damals erlöste Thiel rund 630 Mio. Dollar durch den Verkauf von mehr als 16 Millionen Aktien.
Für seine Papiere bekam er nun noch zwischen 19,27 und 20,69 Dollar oder insgesamt rund 400 Mio. Dollar. Trotz des Einbruchs hat sich Facebook damit für den gewieften Internet-Investor als Goldgrube erwiesen. Im Jahr 2004, als das Soziale Netzwerk noch ganz am Anfang stand, hatte er 500.000 Dollar in das Unternehmen gesteckt und dafür einen Anteil von rund zehn Prozent bekommen.
"Es ist sicherlich kein Vertrauensbeweis, wenn jemand, der so viel weiß wie Peter Thiel, den Rest seiner Aktien für einen schnellen Verkauf vorbereiten will", sagte Erik Gordon, Professor an der Ross School of Business der Universität von Michigan, im Vorfeld.
Beim Börsengang im Mai sammelte Facebook 16 Mrd. Dollar ein. Seither meiden Anleger die Aktie aufgrund von Zweifeln, ob das Unternehmen in der Lage ist, mit mobilen Nutzern Geld zu machen.