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20.01.2012, 06:00
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Bewerbung:
Azubis mögen's klassisch
Kontaktaufnahme über soziale Netzwerke, Bewerbungen per E-Mail oder Online-Formular - auch im Recruiting werden inzwischen gern digitale Wege beschritten. Azubis allerdings sind die Ausnahme. Sie schicken ihre Vorstellungsmappe lieber per Post.
von Sabine Meinert
Während Uni-Absolventen oder Fachkräfte mit Berufserfahrung die elektronische Bewerbung mittlerweile gern heranziehen, setzen Auszubildende weiter auf den Klassiker: eine Bewerbungsmappe mit Kopien aller Zeugnisse und Referenzen in Papierform. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des U-Form-Verlages mit Unterstützung der Hochschule Heilbronn unter mehr als 250 Ausbildungsverantwortlichen und weitere Experten.
Bewerbungsunterlagen klassisch oder lieber Online-Bewerbung?
Keine Frage: 85 Prozent der Ausbildungsbetriebe finden an einer ordentlichen Bewerbungsmappe nichts auszusetzen und lassen diesen Bewerbungsweg auch in Zukunft weiter zu. Bisher ist die Papiervariante in der Mehrzahl der Firmen auch weiter die häufigste Form. Der Anteil liegt bei 68 Prozent aller eingehenden Bewerbungen.
Warum sich die klassische Mappe so hartnäckig hält? Die Studieninitiatoren haben drei Gründe ausgemacht:
- Viele Ausbildungsbetriebe in Deutschland sind mittelständische Unternehmen, die (vermeintlich hohe) Kosten für elektronische Systeme derzeit noch scheuen.
- Azubis werden häufig von Eltern, Lehrern und Beratern der Arbeitsagenturen beeinflusst, eine Papiermappe zu senden, da die wenig Internet-affinen Älteren der klassischen Form eine höhere Seriosität unterstellen.
- Auch viele Ausbilder bevorzugen die Papierbewerbung, da sie diese als halbwegs verlässlichen Indikator für die Eignung des Bewerbers schätzen.
In mehr als der Hälfte der Betriebe werden jedoch auch E-Mail-Bewerbungen regelmäßig eingesetzt. Bei immerhin 41 Prozent der Unternehmen gibt es Online-Bewerbungsformulare oder -systeme. Rund 15 Prozent der Arbeitgeber - doppelt so viele wie vor zwei Jahren - wollen das Recruiting jedoch inzwischen papierlos gestalten und nehmen ausschließlich elektronische Bewerbungen entgegen.
Soziale Medien bisher zu wenig genutzt
Angesichts des Arbeits- und Fachkräftemangels haben sich die Unternehmen großenteils auf die unterschiedlichen Bewerbungsvorlieben eingestellt und investieren zum Beispiel stärker ins Azubi-Marketing. Soziale Medien werden dafür bisher kaum genutzt. Wichtiger erscheint den Personal- und Fachabteilungen, Praktika anzubieten, Kontakte über die Arbeitsagenturen zu knüpfen, dazu eigene Karriereseiten im Web zu präsentieren und Jobbörsen zu nutzen.
Was die Verantwortlichen vor allem von solchen Aktivitäten abhält, ist der hohe Zeitaufwand für die Kontaktpflege und -aufnahme auf den Social-Media-Kanälen. In jedem dritten Betrieb wird zudem der Nutzen als zu gering eingeschätzt. Als Quelle für zusätzliche Informationen über Kandidaten spielen soziale Netzwerke bisher ebenfalls kaum eine Rolle.
Teil 2: Was die Firmen von eigenen Karriere-Webseiten halten
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FTD.de, 20.01.2012
© 2012 Financial Times Deutschland,
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