Derart "geschönte" Arbeitzeugnisse nehmen jedoch einem einstellenden Unternehmen die Chance, einen wirklich geeigneten Bewerber auszuwählen. Zahlreiche Personalmanager sehen in den positiveren Arbeitszeugnissen daher bereits einen unheilvollen Trend. Eine tatsächliche Leistungsbeurteilung werde immer schwieriger. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis Zeugnisse als Leistungsnachweise ausgedient hätten, fürchten viele.
Kritik "zwischen den Zeilen"
Andere Personalprofis plädieren dafür, Kritik und eine realistischere Leistungseinschätzung in Zeugnissen dennoch unterzubringen - abseits der Gesamtnote. Wer beispielsweise einen wichtigen Leistungsaspekt gar nicht aufführt, weist darauf hin, dass es damit möglicherweise nicht zum Besten bestellt war. Auch Formulierungen, die (einem Teil) der Gesamtbewertung widersprechen, relativieren die Beurteilung. Solange es noch aussagekräftige, differenzierte Zeugnisse gebe, gelte es daher für Arbeitgeber und Arbeitnehmer auch "zwischen den Zeilen" zu lesen, legt die Untersuchung nahe.
Für die Studie wurden 1100 Arbeitszeugnisse von Beschäftigten aller Branchen, Berufs- und Altersgruppen in anonymisierter Form ausgewertet. Alle Zeugnisse wurden im Zeitraum 2006 bis 2010 ausgestellt. Der Ersteller der Auswertung, www.arbeitszeugnis.de, ist ein Dienstleister der PMS Personalmanagement Service GmbH.