Verzichten möchten die meisten jedoch nicht auf diese Lehrmethode. Auch Gruppenarbeiten und Diskussionen sollten sie weiter ergänzen. Wichtiger erscheint den meisten aber zu lernen, wie Unternehmen und Organisationen als System funktionieren und wie betriebliche Abläufe in ihrer Komplexität zu managen sind. "Führung in der Krise" steht als Thema ganz oben auf der To-Learn-Liste. Erstaunlich: Das Web 2.0 finden nur wenige von ihnen als Führungsinstrument wichtig - nur jeder Dritte erwartet hier mehr Input durch die MBA-Ausbildung.
Wichtig ist den MBA-Teilnehmern zudem, dass das Studium neben zeitlich flexibel ist und sich neben Beruf und Familie managen lässt. Ebenso zählen sie auf international erfahrene Lehrkräfte, Englisch als Unterrichtssprache und eine anerkannte Akkreditierung der Schule.
Mitarbeiter halten durch gezielte MBA-Förderung
Die Studienautoren empfehlen den Unternehmen indes, sich im Wettbewerb um die besten Nachwuchsführungskräfte Vorteile zu sichern. Zum Beispiel, indem sie Mitarbeiter, die sich an einen MBA wagen, unterstützen. Immerhin sind viele Arbeitgeber informiert über die Weiterbildungswünsche ihrer Angestellten und heißen sie gut. Denn gut zwei Drittel der Umfrageteilnehmer erhalten eine Unterstützung in irgendeiner Form. Dass es zu weitreichender Freistellung und Hilfe bei der Bewältigung des Lernpensums nicht reicht, mag am Wechselwillen der MBA-Absolventen liegen, so die Studie. Fast die Hälfte der Befragten wechselte nach erfolgreichem MBA-Studium den Arbeitgeber - meist sogar direkt nach Studienabschluss. Und selbst wo der Wechsel ausbleibt, fürchten viele Firmen die gestiegenen Ansprüche der Mitarbeiter bezüglich Gehalt und Position.
Es gelte daher, frühzeitig Perspektiven für die High Potentials zu entwickeln, um sie nicht an die Konkurrenz zu verlieren. Die Studie empfiehlt Personalentwicklungs- und Weiterbildungskonzepte, die auf flexiblere Arbeitszeitmodelle und innovative Finanzierungsmodelle für den MBA fokussieren. Im Gegenzug könnte vertraglich vereinbart werden, dass der so geförderte Mitarbeiter nach dem Abschluss für eine bestimmte Zeit im Unternehmen arbeitet. Eine deutliche Mehrheit der Befragten wäre dazu bereit, so die Statistik.
Die Umfrage "Trendbarometer Executive Education" der Agentur SWOP in Berlin und der Bertelsmann Stiftung erfasst die Antworten von 700 MBA-Studenten, Alumni und Interessierten zum Thema Qualität und Ausrichtung der MBA-Ausbildung.