Insgesamt waren im März 2011 nach Angaben der BA insgesamt 1,2 Millionen über 60-Jährige in sozialversicherungspflichtigen Jobs. Das sind doppelt so viele wie 2000. Damit liegt die Quote inzwischen bei 26,4 Prozent.
Auch Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) verwies am Montag darauf, dass sich die Erwerbsquote älterer Beschäftigter deutlich verbessert habe. "Die Wirtschaft fängt an, sehr viel stärker die Kompetenzen des Alters zu schätzen", sagte sie im Deutschlandfunk. Allerdings müssten die Unternehmen stärker in Weiterbildung und Gesundheitsvorsorge für mittelalte und ältere Arbeitnehmer investieren. Zugleich wies von der Leyen die Kritik von CSU-Chef Horst Seehofer an der Rente mit 67 zurück und machte klar, dass die Bundesregierung an der seit Jahresbeginn geltenden Reform festhalte. Seehofer hatte am Wochenende gesagt, ohne eine "spürbare" Verbesserung der Beschäftigungsmöglichkeiten von Arbeitnehmern über 50 Jahre sei die Rente mit 67 mit ihm "nicht zu machen".
Seehofers erneute Drohung führte in der schwarz-gelben Koalition zu Unmut. FDP-Generalsekretär Patrick Döring warnte den CSU-Chef vor einem Linksschwenk. Auch die Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Gerda Hasselfeldt, stellte sich gegen Seehofer. Unterstützung kam dagegen vom CDU-Sozialflügel und den Gewerkschaften, die Korrekturen an der Rente mit 67 forderten. Auch die SPD will den Einstieg in die Reform aussetzen, bis mindestens die Hälfte der Arbeitnehmer zwischen 60 und 65 Jahren in Beschäftigung ist.