Lange Zeit gab es auf dem Arbeitsmarkt immer nur gute Nachrichten. Auch jetzt heißt es wieder: Die Arbeitslosigkeit ist dank Konjunktur und Saisonbelebung auf unter drei Millionen gesunken. Aber im Detail zeichnet sich ab, dass die schwächelnde Konjunktur sehr wohl ihre Zeichen hinterlässt.
Nicht nur, weil die Zahl saisonbereinigt mit 19.000 doch recht kräftig gestiegen ist. Das kann die Bundesagentur für Arbeit noch leicht erklären: Im April haben die Osterferien den Markt ausgebremst - Unternehmen stellen während der Ferien weniger ein. Und dank des Sparpakets der Arbeitsministerin sind weit weniger Arbeitslose in Maßnahmen versteckt.
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Aber es gibt andere Anzeichen für eine Verschlechterung. Beim Arbeitslosengeld I, also der Leistung, in die Beschäftigte zunächst rutschen, wenn sie ihren Job verlieren, ist die Zahl saisonbereinigt um 12.000 gestiegen. Und sie ist - viel wichtiger - nicht das erste Mal, sondern das dritte Mal saisonbereinigt angestiegen. Im März waren es 1000, im Februar schon 10.000.
Übersetzt heißt das, dass die Situation auf dem ersten Arbeitsmarkt schwieriger wird. Das lässt sich auch daran beobachten, dass im April weit mehr Menschen als im Vorjahr arbeitslos geworden sind und weniger einen Job gefunden haben. Wenn die Konjunktur hält, was sie derzeit verspricht, und in Kürze wieder anzieht, ist das kein Problem - vor allem nicht für die Arbeitslosengeld-I-Empfänger. Viele werden dank Fachkräftemangel vermutlich selbst bei schlechterer Lage noch einen Job finden.
All diejenigen, die ohnehin nicht so schnell eine Stelle finden - Hartz-IV-Empfänger, Ältere, schlecht Qualfizierte, Ausländer sollten das ferne Donnern auf dem Arbeitsmarkt sehr ernst nehmen - für sie könnte es bald richtig schwierig werden.
Wenn der Autor schreibt, Arbeitslose aus SGB2 könnten sich in Zukunft warm anziehen müssen, da es für sie immer schwieriger sei, eine Stelle zu bekommen, ist das falsch.
Die Stellen, die dieser Klientel offen stehen, sind oft genau so entwürdigend und menschenfeindlich wie Hartz4.
Es ändert sich also tatsächlich nichts.
Ich sehe es sogar von Vorteil, wenn solche Arbeitsplätze alle wieder verschwinden würden!