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Merken   Drucken   30.09.2009, 04:00 Schriftgröße: AAA

Atomenergie: Kernkraft spaltet Union  

Exklusiv Die Koalitionsverhandlungen haben noch nicht einmal begonnen - und schon rückt der erste CDU-Spitzenpolitker von der langjährigen Forderung nach längeren Laufzeiten für Atomkraftwerke ab. In der Partei bahnen sich hitzige Debatten an. von Claudia Kade  Berlin
"Es gibt einen Fahrplan, wie der Ausstieg aus dieser Brückentechnologie stattfindet. Der ist zunächst einmal verbindlich", sagte Müller am Dienstag im FTD-Interview. "Für mich ist die Frage einer Verlängerung der Laufzeiten der Kernkraftwerke nicht prioritär." Statt den von Rot-Grün beschlossenen Atomausstieg wieder rückgängig zu machen, wäre es sinnvoller, auf Basis der geltenden Gesetzeslage eine sichere, kostengünstige und nachhaltige Energieversorgung zu erreichen, sagte Müller. "In diesem Sinn arbeiten wir an einer Zukunft ohne Kernenergie." Er forderte mehr Energieeffizienz sowie einen zügigen Ausbau erneuerbarer Energien.
Damit bringt Müller unterschwellige Sorgen in der Union zur Sprache, dass die geplante schwarz-gelbe Koalition breite Wählergruppen gegen sich aufbringen könnte, wenn sie tatsächlich mit der langjährigen Forderung von Union und FDP nach längeren Laufzeiten Ernst macht. Zwar pocht vor allem der Wirtschaftsflügel von CDU und CSU nach wie vor darauf, die verbleibenden 17 deutschen Atomkraftwerke länger am Netz zu lassen. In anderen Teilen der Union regt sich dagegen seit längerem Unbehagen über dieses Vorhaben.
Verschärft wurde dies durch den Zwischenfall im norddeutschen Atomkraftwerk Krümmel im Sommer. Hamburgs CDU-Bürgermeister Ole von Beust und die CDU-geführten Landesregierungen von Schleswig-Holstein und Niedersachsen zeigten sich irritiert über den Betreiber Vattenfall. Selbst Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bezweifelte öffentlich, ob Vattenfall vertrauenswürdig ist. Auch die schleswig-holsteinische FDP will den Problemmeiler nicht wieder ans Netz lassen.

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