Teil 2: FDP setzte alles auf eine Karte
Entsetzlich, dass Merkel trotz der letzten katastrophalen Monate in Sachen Bundespräsident und der fatalen Fehlentscheidung 2010 wieder einen autoritären Alleingang versuchte.
Wie schwach muss man sich intellektuell, als Parteivorsitzende und Kanzlerin fühlen, wenn man glaubt, nur einen Bundespräsidenten verkraften zu können, der das eigene Parteiprogramm auswendig hersagt? Wenn man nur unfruchtbare, hohle, hölzernde, dumpfe, leere Phrasen von anderen zu verkraften glaubt? Wenn man dementsprechend davon überzeugt ist, nur man selbst verstehe die Realität in ihrer Totalität und man habe keine neuen Ideen und andersartige Meinungen nötig, weil andere Ansichten (die auch noch öffentlich geäußert werden) per se die ("CDU Staats-")Partei beschädigen?
Im Spiegel war zu lesen, sie sei generell eine große Strategin, die gerne im intellektuellen Wettstreit mit anderen schlauen Menschen läge. Nun hat sie wohl hoffentlich endgültig allen gezeigt, dass dieses Label genauso einen PR-Fake darstellt wie das Schwiegersohn-Image des Wulffs. Beide gelten laut Presse (oh ja, da wäre ja noch die böse Presse, die sich erdreistet hat, Korrpution und Vetternwirtschaft öffentlich zu machen, wo es doch so etwas in unserer sauberen Demokratie gar nicht geben darf??) als zurückgezogen agierend, Enscheidungen im kleinen Kreis treffend, gnadenlos sanktionierend, wenn jemand neue Ideen ins Spiel bringt, die nicht von ihnen selbst stammen. Von intellektuellem Wettstreit keine Spur, das ist autoritäres Regieren erster Güte.
Das Schlimmste ist, dass der Vorgang nun von der CDu so ausgelegt werden wird, als hätte es die CDU beschädigt, einen Konsenskandidaten zu unterstützen, um die arme Partei zukünftig noch stärker unter Druck setzen zu können . Dies ist jedoch nicht der Fall: Die Bürger wollten schon 2010, dass Merkel und die CDU einen Konsenskandidaten unterstützt. Letztendlich hat die CDU jedoch zwei Mal versucht, einen Konsenskandidaten zu verhindern, um nur im letzten Moment aus reinem Opportunimsus letztendlich doch noch zuzustimmen. Darin liegt der Fehler der CDU, der jetzt, wiederum mit geschickter PR, bestimmt noch hinreichend umgeschrieben werden wird, um die innerparteiliche Demokratie weiter einzuschränken. "Die lernt's nimmer mehr".