Die Wähler haben entschieden: In Baden-Württemberg muss die CDU erstmals seit 58 Jahren voraussichtlich in die Opposition gehen. In Rheinland-Pfalz muss sich Ministerpräsident Kurt Beck wieder einen Koalitionspartner suchen. Eine FTD-Serie über die beiden Wahlen.
Teil 2: Die FDP ein abschreckendes Beispiel
Es wäre für mich überzeugender gewesen, wenn Sie in Ihrem Kommentar die Behauptungen zur Motivation der Wähler mit Quellen unterlegt hätten:
"Nahezu alle Neuwähler der Grünen (85 Prozent) kamen zur Ökopartei mit einem Ziel: Das Kreuz soll sicherstellen, dass die Bundesrepublik so schnell wie möglich aus der Atomkraft aussteigt."
Das veträgt sich nicht mit den schon vor Fukushima hohen Umfragewerten für die Grünen.
Damit unterstellen Sie den Wählern eigentlich vorschnell kurzsichtigen Opportunismus, als hätten sie nicht schon zuvor um die Gefahren der 'Kernkraft' gewußt.
Auch in einem Kommentar ist eine fundierte Argumentation sicherlich einleuchtender als bloße Behauptungen.
Immerhin haben Sie m.M.n. recht, wenn Sie sinngemäß schreiben, die Grünen verträten inzwischen konservative Werte eher als die sogenannten Konservativen selbst, denn die 'Grüne' Basis ist oft sehr interessiert an Naturschutz, Förderung der regionalen Selbständigkeit und Kleinstrukturen und Erhalt/ Wiederbelebung des traditionellen Handwerks, während die 'Konservativen' immer mehr die künstlich oktroyierte Auflösung solcher gewachsenen Strukturen betreiben, im Zeichen der 'alternativlosen' Gleichmacher-Globalisierung, Deregulierung weg von sozialer Marktwirtschaft, des megalomanischen Wachstumswettbewerbs - oft gegen den Willen der Bevölkerungsmehrheit, wie bei Atomenenergie, Agro-Gentechnik, Abgabe nationaler Kompetenzen an die EU, Firmenfusionen zu anonymisierten Großkonzernen.
Zwar haben sich auch die Grünen durchaus an solchen Tendenzen beteiligt, jedoch i.d.R. nicht so hemmungslos und unreflektiert wie die sogenannten 'Konservativen', die im Falle der CDU sich dennoch auch noch anmaßen, das Wort "christlich" in ihrer Parteibezeichnung zu tragen.
Ich bin kein blinder 'Grünen'-Fan, und deshalb sehe ich mit einiger Klarheit den psychologischen Hauptgrund für diesen Erfolg der Grünen darin, dass sich viele wahrlich Konservative, die z.B. für den Erhalt uralter Bäume waren, die ihre Vorfahren seit Jahrhunderten trotz größerer Notlagen nicht angetastet hatten, plötzlich von den Politikern pauschal in die "gewaltbereite radikale Ecke" abgetan sahen.
Es stand den verantwortlichen Politkern nicht schön an, diese Menschen sogar mit Lügen und Anstiftung zum Hass im Sinne einer "divide-et impera"-Kampagne weg-marginalisieren zu wollen.
Somit trugen sie nur zur parteiischen Spaltung bei, während DAS VOLK bei aller erlaubten Heterogenität eigentlich EINS ist und unsere Nationalhymne das BRÜDERLICHE EINIGKEITS-Streben bei aller FREIHEIT zur persönlichen Gewissensbildung im Rahmen des RECHTS besingt.
Erkenne das, wer kann.