Guido Westerwelles FDP möchte das Bürgergeld als Alternative zu Hartz IV einführen
Der einzige Punkt, der beim Bürgergeld der FDP überzeugt, sind die großzügigen Anrechnungsregeln für Bürgergeld-Empfänger, die hinzuverdienen. Nach dem Motto "Arbeit muss sich wieder lohnen" sollen die Empfänger einen wesentlich größeren Teil ihres Einkommens behalten dürfen. Das allerdings hat ebenfalls einen Haken: Es dürfte die Staatskasse mehrere Milliarden kosten.
Noch schlimmer: Eine solche Mammutreform würde eine Menge Geld und Ressourcen binden, die an anderer Stelle besser angelegt wären. Denn das Bürgergeld würde die wahren Probleme der heutigen Hartz-IV-Empfänger nicht angehen: Schlechte Ausbildung, die über Generationen weitergereicht wird, mangelnde Erziehungskompetenz, mangelnde Förderung durch Job-Center.
Und das große deutsche Problem: Ungleich verteilte Bildungschancen im deutschen Schulsystem. Um das alles anzugehen, müsste man ein dickeres Brett bohren als nur den Umbau einer Behörde. Doch dafür gibt es in den Koalitionsverhandlungen bisher noch keinerlei Vorschläge.