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Merken   Drucken   23.09.2009, 08:32 Schriftgröße: AAA

G20-Gipfel: Test für die Weltregierung  

Kommentar Optimisten sehen die G20 als globales Führungsgremium. Dabei spricht viel dafür, dass die Gruppe ihren Zenit schon überschritten hat - und dass der Gipfel in Pittsburgh für Ernüchterung sorgt. von Wolfgang Proissl 
Gordon Brown ist um große Worte nicht verlegen. Der britische Premier sieht die Gruppe der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) zu einer Weltregierung heranwachsen. Dank ihrer koordinierten Krisenreaktion hätten die Staatenlenker den Zusammenbruch des globalen Finanzsystems verhindert und den Absturz der Weltkonjunktur gestoppt. Mit solchem Eigenlob einher geht der Vorschlag, regelmäßige Treffen sollten aus den G20 einen Weltlenkungsausschuss für globale Wirtschafts- und Politikfragen machen.
Der G20-Gipfel in Pittsburgh wird Browns hochfliegende Pläne ab morgen einem Realitätstest unterziehen. Es ist ja richtig: Die beiden vergangenen Treffen in Washington und in London haben dazu beigetragen, dass die Welt nicht völlig im Chaos versank. Mit milliardenschweren Konjunkturhilfen, Kapitalspritzen und Bankengarantien haben die mächtigsten Staaten die versagende Marktwirtschaft zu einer Art Staatskapitalismus umgebaut. Doch in Pittsburgh stehen US-Präsident Barack Obama, Bundeskanzlerin Angela Merkel und die anderen G20-Vertreter nun vor ganz anderen Herausforderungen.
Der Druck ist weg
Zum einen müssen sie dieses Ausnahmeregime langsam beenden und durch ein nachhaltiges Wirtschaftssystem mit weniger Staatsbeteiligung ersetzen. Zum anderen müssen sie sich auf wirksame Verkehrsregeln für das internationale Wirtschafts- und Finanzsystem verständigen, die eine Wiederholung der ökonomischen Katastrophe ausschließt. Allerdings gibt es mehrere Gründe, daran zu zweifeln, dass sich die Gipfelteilnehmer diesen Aufgaben mit der gleichen Kooperationsbereitschaft stellen wie beim Kampf gegen den drohenden Systemkollaps.

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  • Aus der FTD vom 23.09.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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Kommentare
  • 24.09.2009 07:19:17 Uhr   saubermann: Weltregierung

    Wieder kommt ein Vorschlag von jemandem, der die Krise nicht verhindert hat. Eine Regierung macht generell nur Sinn, wenn sie durch demokratische Institutionen, etwa einem Parlament kontrolliert wird. Weil dies nicht in ausreichendem Masse der Fall ist, gibt es in der EU ja diese Probleme, die ich als demokratische Legitimationsprobleme bezeichnen würde. Der Vorschlag lenkt wieder davon ab, dass es besser wäre, die Fragen nach den Ursachen der Krise zu stellen. Die Ursachenforschung findet jedenfalls von hoher politischer Seite nicht statt. Der bundesdeutsche Wahlkampf mit dem "Antistreit" als Inhalt, legt darüber auch Zeugnis ab. Zuerst muß man den Sachverhalt, sprich die Ursachen kennen, bevor man handeln kann. Meist ergeben sich die Lösungen dann von selbst. Eine Ursache ist sicher die übermäßige Kreditexpansion, die mit öffentlicher Kreditexpansion kompensiert werden soll. Ob das gutgehen kann?

  • 23.09.2009 11:15:59 Uhr   olli: Weltregierung
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