Was also haben diese Oppositionspolitiker und diese Medien an diesem netten Bundespräsidenten herumzunörgeln?
Wulff ist dabei, über Fehler in seiner Vergangenheit zu stolpern und über Fehler, die er heute bei der Vergangenheitsbewältigung macht.
Als niedersächsischer Ministerpräsident hatte Wulff qua Amt viel mit Wirtschaftsgrößen zu tun. Darin unterschied er sich nicht von anderen seiner Amtskollegen, etwa von Gerhard Schröder, genannt "der Genosse der Bosse". Weil das Land Niedersachsen an VW beteiligt ist, saß Wulff im Aufsichtsrat des Autokonzerns, pflegte engste Kontakte zu Wirtschaftsgrößen seines Bundeslandes. Und das zeichnet einen guten Ministerpräsidenten auch aus.
Wulff hat sich aber selbst dem Ruch ausgesetzt, von seinen berufsbedingten Wirtschaftskontakten privat profitiert zu haben. Und zwar nicht nur einmal.
Da ist der Fall Air Berlin. Wulff hat sich bei einem Ferienflug nach Florida mit seiner Familie in die Businessclass upgraden lassen. Dies geschah wohl nicht auf eigenen Wunsch, sondern auf Anweisung des damaligen Air-Berlin-Chefs Joachim Hunold, der generell VIPs sehr großzügig mit Tickets bedachte.