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Merken   Drucken   18.12.2011, 17:09 Schriftgröße: AAA

Kolumne: Andreas Theyssen - Warum Wulff als Bundespräsident stürzen wird

Das Staatsoberhaupt hat sich in einem Geflecht aus Vetternwirtschaft, Teilwahrheiten und Gerüchten verfangen. Er wird sich nicht im Amt halten können. Ein Szenario. von Andreas Theyssen 
Christian Wulff ist ein netter Mensch. Es ist angenehm, mit ihm zu plaudern. Im Vergleich zu anderen Politikern lästert er nur verhalten über Parteifreunde. Er stört - anders als einige seiner Amtsvorgänger - nicht durch intellektuelle Selbstverliebtheit und erweckt nicht den Anschein, als sei er von der eigenen Bedeutung überwältigt. Er ist ein Typ, mit dem man gern am Tresen ein Bier trinkt. Es wäre in der Kneipe zwar kein beeindruckender, aber wohl ein netter Abend mit ihm.
Christian Wulff reagiert auf die Kredit-Kritik...

 

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Was also haben diese Oppositionspolitiker und diese Medien an diesem netten Bundespräsidenten herumzunörgeln?
Wulff ist dabei, über Fehler in seiner Vergangenheit zu stolpern und über Fehler, die er heute bei der Vergangenheitsbewältigung macht.
Als niedersächsischer Ministerpräsident hatte Wulff qua Amt viel mit Wirtschaftsgrößen zu tun. Darin unterschied er sich nicht von anderen seiner Amtskollegen, etwa von Gerhard Schröder, genannt "der Genosse der Bosse". Weil das Land Niedersachsen an VW beteiligt ist, saß Wulff im Aufsichtsrat des Autokonzerns, pflegte engste Kontakte zu Wirtschaftsgrößen seines Bundeslandes. Und das zeichnet einen guten Ministerpräsidenten auch aus.
Wulff hat sich aber selbst dem Ruch ausgesetzt, von seinen berufsbedingten Wirtschaftskontakten privat profitiert zu haben. Und zwar nicht nur einmal.
Da ist der Fall Air Berlin. Wulff hat sich bei einem Ferienflug nach Florida mit seiner Familie in die Businessclass upgraden lassen. Dies geschah wohl nicht auf eigenen Wunsch, sondern auf Anweisung des damaligen Air-Berlin-Chefs Joachim Hunold, der generell VIPs sehr großzügig mit Tickets bedachte.
Wulff aber hat diesen 3056 Euro werten Vorteil bedenkenlos angenommen, obwohl dies gegen das niedersächsische Ministergesetz verstößt. Erst nach Bekanntwerden des Upgrades zahlte er den Differenzbetrag nach.
Da ist der Fall Maschmeyer. Im Sommer vergangenen Jahres hat Wulff seinen Urlaub in der Mallorca-Villa des höchst umstrittenen Finanzunternehmers Carsten Maschmeyer verbracht. Für die Unterkunft zahlte er den üblichen Satz, hat also gegen kein Gesetz verstoßen.

Teil 2: Ging es um Nächstenliebe? Oder Gefälligkeiten?

  • Aus der FTD vom 19.12.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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Kommentare
  • 15.02.2012 16:09:09 Uhr   Pauli: Bürgers Traum

    Bürgers Traum und Hoffnung zugleich: Durch Bürgerentscheid CDU-Wulff abgewählt, CDU-Merkel abgewählt,
    die FDP abgewählt, den EURO abgewählt!

  • 01.01.2012 17:26:22 Uhr   khaproperty: Ist was dran.
  • 20.12.2011 15:32:18 Uhr   Pauli: Unsere Politiker
  • 20.12.2011 12:47:47 Uhr   Paulus Dialektus: Bundespraesident und Verbundenheit ironisch ...
  • 19.12.2011 12:45:12 Uhr   Dr.NorbertLeineweber: Dr.NorbertLeineweber Präsident als non-event...
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