GM-Europachef Nick Reilly hat auf der Suche nach Unterstützung bei der Opel-Sanierung offensichtlich doch finanzielle Zusagen mehrerer Länder erhalten. Nach Recherchen des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" soll Großbritannien dem Opel- Mutterkonzern
General Motors (GM) Kreditbürgschaften von mehr als 400 Mio. Euro in Aussicht gestellt haben.
Spanien soll 300 bis 400 Mio. Euro angeboten, Polen Steuererleichterungen versprochen haben. Nach Ansicht des Opel- Gesamtbetriebsratschefs
Klaus Franz sei dabei aber kaum Bereitschaft zu erkennen gewesen, sich in dem von GM erhofften Umfang zu beteiligen. "Polen hat kein Geld und gibt keins, in Spanien wird es nicht annähernd so viel geben, wie GM erhofft." Reilly hatte in Polen, Großbritannien, Belgien und Spanien für Unterstützung geworben.
Der scheidende EU-Kommissar Günter Verheugen sieht das nicht gern. Verheugen mahnte die EU-Staaten mit Opel-Fabriken vor staatlichen Hilfen. Wenn er höre, dass einzelne Länder schon informelle Zusagen an GM gemacht hätten, finde er das "alarmierend", betonte der SPD-Mann. Staatliche Beihilfen seien ein Eingriff in den Wettbewerb und deshalb verboten. Ausnahmen könnten von der EU-Kommission zwar genehmigt werden. Sie dürften nicht daran geknüpft werden, dass Arbeitsplätze an einem bestimmten Ort erhalten würden. An diesem Montag kommt GM-Europachef Reilly in Brüssel auf Einladung von EU-Industriekommissar Verheugen mit Wirtschaftsministern der EU-Länder zusammen.
"Der Spiegel" berichtete auch, Reilley suche einen neuen Opel-Chef. Als Favorit gelte der stellvertretende Chef von Mercedes-Benz, Rainer Schmückle.