Ein stärkerer Personalabbau ist Weise zufolge nicht möglich. "Man hätte noch mehr rationalisieren können, aber mir ist es sehr wichtig, die persönliche Betreuung zu erhalten." Zwar gibt es mit derzeit rund 2,7 Millionen Arbeitslosen weit weniger als noch vor fünf Jahren. Wer aber in der momentan guten Konjunktur keinen Arbeitsplatz finde, "der hat wirklich ein Problem - wie einen fehlenden Schulabschluss oder geringe deutsche Sprachkenntnisse. Diesen Menschen zu helfen wird für uns schwieriger und teurer", sagte Weise. Zudem wechselten Beschäftigte häufiger als früher in Arbeitslosigkeit und wieder in Jobs.
Trotz der erwarteten Einsparungen durch den Umbau rechnet Weise nicht mit großen finanziellen Spielräumen seiner Behörde. "Rücklagen kann ich bei dem aktuellen Beitragssatz nicht aufbauen. Wir verlieren ja sukzessive bis 2015 die Co-Finanzierung durch den halben Mehrwertsteuerpunkt, den nun die Kommunen bekommen - das bedeutet ab 2015 jedes Jahr 4 Mrd. Euro weniger Einnahmen."
Der BA-Chef trat Sorgen entgegen, dass die Euro-Krise zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit in Deutschland führen könnte - trotz der Prognose von Ökonomen, dass die Wirtschaft hierzulande im kommenden Jahr kaum noch wachsen dürfte. "Die strukturellen Änderungen hin zu mehr Dienstleistung stärken personalintensive Branchen und werden dazu führen, dass Beschäftigung selbst bei geringem Wirtschaftswachstum hält oder wächst", sagte Weise voraus. Für Jüngere könnte die demografische Entwicklung sogar eine positive Entwicklung haben. Anders bei den älteren Arbeitslosen: "Wenn das Wirtschaftswachstum nachlassen würde, wird es aber für Ältere, die keine Arbeit haben, noch schwieriger werden."