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Merken   Drucken   22.02.2012, 17:11 Schriftgröße: AAA

Präsidentenwahl: Linke bringen Klarsfeld gegen Gauck in Stellung

Von der überparteilichen Kandidatensuche war die Linke ausgeschlossen. Am Donnerstag will sie über einen eigenen Bewerber entscheiden. Ihre Wahl könnte auf die Nazi-Jägerin Klarsfeld fallen.
Die Linkspartei will die Nazi-Jägerin Beate Klarsfeld als Kandidatin für die Wahl des Bundespräsidenten gewinnen. Es gebe Gespräche mit der 73-Jährigen, hieß es in Parteikreisen. Es sei nicht ausgeschlossen, dass Klarsfeld gegen den ehemaligen DDR-Bürgerrechtler Joachim Gauck antreten werde, der von Union, FDP, SPD und Grünen zum Nachfolgekandidaten für den zurückgetretenen Bundespräsidenten Christian Wulff nominiert wurde.
Beate Klarsfeld: 1968 ohrfeigte sie Kanzler Kiesinger   Beate Klarsfeld: 1968 ohrfeigte sie Kanzler Kiesinger
Damit bestätigten die Parteikreise einen Bericht von "Spiegel Online", nach dem Parteichefin Gesine Lötzsch bereits mit Klarsfeld telefoniert haben soll. Eine Entscheidung über einen eigenen Kandidaten strebt der Parteivorstand bei einer Tagung mit Vertretern aus den Ländern für diesen Donnerstag an.
Mit der Einigung auf Gauck zeigt Merkel ...

 

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Klarsfeld wurde über die Grenzen Deutschlands bekannt, als sie den damaligen Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger 1968 ohrfeigte. Die Journalistin wollte damit auf die Nazi-Vergangenheit des Kanzlers hinweisen. Klarsfeld hatte sich dafür engagiert, die nationalsozialistische Vergangenheit westdeutscher Politiker aufzudecken, und war deswegen auch wiederholt mit der Justiz in Konflikt geraten.
Erfolgreich bemühte sich die gebürtige Berlinerin um die Auslieferung des in Bolivien lebenden ehemaligen Gestapochefs von Lyon, Klaus Barbie, nach Frankreich. Nach dessen Verurteilung sprach sie vom "wichtigsten Ergebnis ihrer zahlreichen Aktionen".
Die Linke sympathisiert schon seit längerem mit der Nazi-Jägerin. 2009 schlug die Bundestagsfraktion sie für das Bundesverdienstkreuz vor. Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP), der für die Ehrung im Ausland lebender Deutscher verantwortlich ist, lehnte ab. In Frankreich wurde sie von Präsident Nicolas Sarkozy zum "Offizier der Ehrenlegion" ernannt. In der Bundesrepublik hängt ihr die Kanzlerohrfeige nach.
Chancen hätte eine Kandidatin der Linken aber nicht. Die Partei stellt rund zehn Prozent der Wahlleute in der Bundesversammlung. Die große Mehrheit steht hinter dem früheren DDR-Bürgerrechtler Gauck. Gewählt wird das neue Staatsoberhaupt am 18. März.
  • FTD.de, 22.02.2012
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