Private Krankenversicherung auf Kundenfang
Union und FDP reagieren damit auf Berichte über Provisionsexzesse in der Branche der privaten Krankenversicherer. Weil der Wettbewerb um junge Gutverdiener unter den Versicherern inzwischen äußerst scharf geworden ist, werden für einen Vertragsabschluss mitunter 14 bis 18 Monatsbeiträge als Belohnung gezahlt.
Bei Beiträgen von 200 Euro bis 300 Euro für viele erstmals privat Versicherte erzielt der Vertrieb dann zwischen 2800 und 5600 Euro an Provision - für einen einzigen Vertrag. Beim Vertreter, der den Verkauf organisiert, kommt deutlich weniger an. Wegen extrem kurzer Haftungszeiten für die Provision von oftmals nur einem Jahr können Vermittler Kunden zur Kündigung bewegen und neu vermitteln - und so zwei- oder dreimal die Provision kassieren. Die wird immer vom Kunden gezahlt. Deshalb ist die Verlängerung der Haftungszeiten von großer Bedeutung.
"Ich sehe die Entwicklung sehr kritisch", sagte der finanzpolitische Sprecher von CDU/CSU, Klaus-Peter Flosbach, der FTD. Er fordert eine Obergrenze für Provisionen; im Gespräch ist ein Deckel von neun bis zwölf Monatsbeiträgen. Auch die Praxis, Kunden immer neue Policen anzudrehen, müsse eingedämmt werden. "Ich halte es für richtig, wenn die Vermittler bis zu fünf Jahre haften."