Die kritische Lage an den Finanzmärkten war auch Thema bei einem Spitzentreffen europäischer Politiker bei EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy sowie bei der anschließenden Sitzung der Euro-Finanzminister. Van Rompuy erklärte nur, es habe sich um eine Routinesitzung gehandelt, in der es vor allem um Griechenland gegangen sei. Die immer noch ausstehenden Einzelheiten über ein zweites Hilfsprogramm für Griechenland - vor allem in der Frage einer Beteiligung privater Gläubiger - tragen allerdings zur Unsicherheit am Markt bei. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Spaniens Ministerpräsident José Luis Zapatero forderten von den Ministern eine Beschleunigung ihrer Arbeit.
Österreichs Finanzministerin Maria Fekter sagte: "Die Krise ist noch nicht ausgestanden." Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) wandte sich gegen Überlegungen, vorsichtshalber den Umfang der Euro-Rettungsschirme zu vergrößern: "Davon kann überhaupt keine Rede sein."
Die Regierung Berlusconi bemühte sich um Schadensbegrenzung. Nach dessen Kritik an Finanz- und Wirtschaftsminister Giulio Tremonti sagten Vertraute des Ministerpräsidenten, nun müsse die Regierung zusammenstehen. Merkel sagte, Italien müsse schnell einen Sparetat beschließen. Sie habe "festes Vertrauen", dass dies geschehen werde.
Angesichts der Verwerfungen an den Märkten setzte die EU-Kommission ihre Attacken gegen die Macht der Ratingagenturen fort. Justizkommissarin Viviane Reding forderte deren Zerschlagung. Binnenmarktkommissar Michel Barnier sagte, Banken sollten mehr eigene Analysen erstellen.