Die SPD will dagegen deutlich weitreichendere Forderungen durchsetzen. So fordern die Sozialdemokraten eine stärkere Anhebung des Regelsatzes und verlangen, dass auch die Kinder von Wohngeldbeziehern in das Bildungspaket miteinbezogen werden. Die SPD kritisiert zudem den hohen Bürokratieaufwand des Pakets und verweist darauf, dass eigens 1300 zusätzliche Stellen bei der Bundesagentur für Arbeit dafür geschaffen werden sollen.
Von der Leyens Suche nach einer Kompromisslösung wird auch dadurch erschwert, dass sich inzwischen Widerstand in den unionsgeführten Ländern regt. Der Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, Ludwig Spaenle (CSU), kritisierte, dass den Schulen zu hoher Verwaltungsaufwand mit der Organisation von Nachhilfeunterricht für Hartz-IV-Kinder zugemutet werde. Außerdem sei zu befürchten, dass Lehrer verklagt würden, wenn Kindern von Hartz-IV-Empfängern Nachhilfe verweigert werde, schrieb der bayerische Kultusminister nach Informationen der "Berliner Zeitung" an Ministerin von der Leyen. Spaenle erwähnte auch Zweifel an der Zuständigkeit des Bundes für die Nachhilfefragen.
Vor allem für die bedürftigen Kinder ist eine schnelle Einigung zwischen der schwarz-gelben Koalition und der Opposition von Bedeutung: Denn während der Regelsatz auch noch rückwirkend zum 1. Januar 2011 angehoben werden kann, lässt sich die Kostenerstattung von Nachhilfestunden und Vereinsmitgliedschaften nur schwerlich im Nachhinein organisieren. Die Neuregelung von Hartz IV war notwendig geworden, weil das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe die geltenden Regelsätze für verfassungswidrig erklärt und Änderungen zum Jahreswechsel angemahnt hatte.