Der baden-württembergische Finanz- und Wirtschaftsminister Schmidt bremst
Der baden-württembergische Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD) sagte der FTD: "In dieser Fassung können wir dem Abkommen nicht zustimmen." In Regierungskreisen hieß es, das sähen die Grünen genauso. Zuvor hatte sich Ministerpräsident Winfried Kretschmann zumindest offener für eine Zustimmung gezeigt als die SPD. Schmid betonte, dass Baden-Württemberg das Abkommen im Bundesrat keinesfalls durchwinken werde, solange die SPD dagegen sei. Auch das sozialdemokratisch regierte Hamburg sei bei den Besprechungen im Bundesrat aus der Ablehnungsfront nicht ausgeschert, sagte Schmid.
Finanzminister Schäuble steckt in einer Zwangslage. Im September hatte er mit seiner Schweizer Amtskollegin Eveline Widmer-Schlumpf ein bilaterales Abkommen ausgehandelt. Ohne die Zustimmung des Bundesrats kann er es aber nicht in Kraft setzen. Die SPD sieht in dem Abkommen in seiner jetzigen Form eine unangemessene Begünstigung von Steuerhinterziehern und hat dazu einen entsprechenden Beschluss auf ihrem Bundesparteitag vergangene Woche gefasst. Die schwarz-gelbe Bundesregierung hat den Verdacht, dass die SPD das Abkommen aus parteipolitischen Gründen blockiert.
Thomas Eigenthaler, Vorsitzender der Deutschen Steuer-Gewerkschaft, geht davon aus, dass Schäuble das Abkommen nicht einmal in den Bundestag einbringen wird, wenn sich die Haltung des Bundesrats nicht verändert. "Es wäre eine Blamage, wenn ein völkerrechtlicher Vertrag auf nationaler Ebene scheitern würde."