Rafati war am Samstag knapp zwei Stunden vor der Partie 1. FC Köln gegen FSV Mainz 05, die nach den Ereignissen abgesagt wurde, von seinen Assistenten in seinem Hotel-Zimmer gefunden worden - wahrscheinlich mit aufgeschnittenen Pulsadern. "Ich würde Sie bitten, mir Einzelheiten zu ersparen. Richtig ist, dass er in der Badewanne lag und natürlich auch viel Blut zu sehen war", berichtete Zwanziger auf einer Pressekonferenz in Köln.
Über die Hintergründe des Selbstmordversuchs wollte sich Zwanziger, der nach dem Erhalt der Nachricht sofort seinen geplanten Besuch beim EM-Qualifikationsspiel der DFB-Frauen gegen Kasachstan in Wiesbaden abgesagt hatte, nicht näher äußern. "Es sind Notizen gefunden worden, die noch ausgewertet werden müssen. Deshalb kann ich zum Motiv noch nichts sagen", sagte er.
Gerüchte um Verwicklung in Schiri-Steueraffäre
Rafati gehört nach dpa-Informationen nicht zu den 21 Schiedsrichtern, gegen die derzeit in der Steueraffäre ermittelt wird. Allerdings sah sich der Bankkaufmann aus Hannover, der 2005 ausgerechnet bei der Partie 1. FC Köln gegen FSV Mainz 05 sein Bundesligadebüt gegeben hatte, seit einigen Jahren heftiger Kritik ausgesetzt. Dreimal wurde er von den Profis zum schlechtesten Referee der Liga gewählt, vor wenigen Wochen strich ihn der DFB von der FIFA-Liste.
Rafatis Vater Djalal sagte, er habe vor der Tat keine Anzeichen von Resignation erkennen können. "Von Depressionen oder Burn-out hat mein Sohn nie etwas erzählt. Wenn er das getan hätte, hätte ich reagiert", sagte er in einem Interview des "Express". In einem Telefonat am Samstagabend habe sich sein Sohn entschuldigt. "Er sagte nur: Papa, verzeih mir, was ich getan habe", berichtete der Vater.