Die angeschlagene Fluglinie Air Berlin kommt trotz eines umfassenden Restrukturierungsprogramms nicht aus den tiefroten Zahlen. Im ersten Halbjahr stieg der Nettoverlust auf 169,2 Mio. Euro, teilte das Unternehmen am Mittwoch Abend mit. Im Vorjahreszeitraum war es ein Minus von 164,5 Mio. Euro.
Um die immer bedrohlicher werdende finanzielle Lage meistern zu können, musste Deutschlands zweitgrößte Airline Ende Juni beim Großaktionär Etihad Airlines ein Darlehen von insgesamt knapp 163 Mio. Euro abrufen. Diese Notfinanzierung geht nun zur Neige. Die Golfairline Etihad hatte bei ihren Air-Berlin-Einstieg Ende 2011 ein Darlehen in Höhe von insgesamt 196 Mio. Euro bereit gestellt, das wohl über einen längeren Zeitraum abgerufen werden sollte. Von dieser Kreditlinie stehen nun aber nur noch 33 Mio. Euro zur Verfügung.
Wie angespannt die Situation beim Lufthansa -Konkurrenten ist, zeigt auch das weiterhin geringe Eigenkapital. Zum Halbjahr belief es sich nur noch auf 101,3 Mio. Euro. "Dies ist saisonbedingt", teilte Finanzvorstand Ulf Hüttmeyer mit. Durch Bewertungsveränderungen habe sich das Eigenkapital bereits Ende Juni um 60 Mio. Euro verbessert, so der Finanzchef.
Zwar konnte Air Berlin im Halbjahresvergleich den Umsatz um 2,7 Prozent auf 1,95 Mrd. Euro steigern. Doch auch im zweiten Quartal stieg der Nettoverlust weiter deutlich an; von knapp 44 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum auf nun 66,2 Mio. Euro.
Die Air-Berlin-Aktie war am Mittwoch mit einem Plus von 1,5 Prozent aus dem Handel gegangen