Auch der Mitgründer von Hotel.de, Heinz Raufer - der das Unternehmen als eigenständiges weiterführen soll - versuchte die Ängste seiner Geschäftspartner zu zerstreuen: Er verlange von den Hoteliers eine Basiskommission von zwölf Prozent, HRS von 13 Prozent. Im Branchenschnitt liege der Wert jedoch bei 14,8 Prozent: "Die Hotels zahlen anderen Anbietern also mehr als uns", sagte er der FTD. Hotel.de arbeitet mit 210.000 Hotels zusammen und wird von vier Millionen Reisenden genutzt.
Die 61,6 Prozent an Hotel.de kosteten HRS knapp 43 Mio. Euro, teilte das Kölner Unternehmen mit. Je Aktie zahlte HRS 18,50 Euro, das entspricht einem Aufschlag von gut 30 Prozent auf den Kurs des Vortags. Auch den übrigen Aktionären werde ein Angebot vorgelegt. Die zehn Jahre alte Firma Hotel.de, die 2010 bei gut 36 Mio. Euro Umsatz 1,8 Mio. Euro Überschuss erzielte, ist somit 70 Mio. Euro wert.
Hotel.de-Chef Raufer erhofft sich von der Fusion vorrangig eine bessere Stellung im internationalen Wettbewerb: "In Deutschland sind wir ganz gut aufgestellt, aber die Wachstumsraten, die weltweit nötig sein werden, lassen sich im Verbund einfach besser erzielen." HRS verdiente nach den letzten verfügbaren Zahlen 2009 bei 108 Mio. Euro Umsatz 19 Mio. Euro. Da der Erlös der Unternehmen in der Summe 500 Mio. Euro nicht übersteigt, muss das Bundeskartellamt dem Kauf nicht zustimmen.