Es ist die
Lufthansa , über die sich der Professor für angewandte Informatik und IT-Forensik so ärgert - und die er jetzt sogar verklagt. Am Freitag verhandelt das Landgericht Köln den ersten Gütetermin. Er, der den Senatorstatus innehat, wird in der Vielfliegergemeinde hierfür schon jetzt als Held gefeiert. Im Dezember 2010 hatte die Lufthansa die Regeln ihres "Miles & More"-Programms kurzfristig geändert. Seither verlangt sie für einen First-Class-Flug von Europa nach Asien 210.000 Meilen - 30.000 mehr als zuvor. Den Hinweis im Internet musste man jedoch suchen, das Kundenmagazin berichtete, kleingedruckt, erst im Januar, als die neuen Regeln schon galten. "Das gehört sich nicht", sagt Eggendorfer.
Juristen räumen seiner Klage Chancen ein - was für die Lufthansa teure Folgen haben könnte. Mehrere ebenfalls verärgerte Vielflieger wollen seinem Beispiel folgen und haben ihre Anwälte als Zuhörer zu dem Termin am Freitag geschickt. Das Image der Kranichlinie indes leidet schon jetzt: Seit der Fall im Herbst bekannt wurde, diskutieren Passagiere in Internetforen. Ein Vielflieger soll in einer Lounge gar eine Protestpetition zum Unterschreiben ausgelegt haben.
Den Gegenwert mehrerer Interkontinentalflüge in der ersten Klasse will Eggendorfer ersetzt haben. Er ist ein besonnener Typ: Zur Klage entschloss er sich erst, nachdem selbst Briefwechsel mit Lufthansa-Chef Christoph Franz erfolglos blieben. Seine Intelligenz und Akribie machen ihn jedoch zu einem lästigen Gegner.
Mit 35 Jahren ist er nicht nur einer der jüngsten Professoren in Deutschland. Er verfügt nach eigenen Angaben auch noch über sechs Uni-Abschlüsse: Eggendorfer, ledig, ist Diplom-Wirtschaftsingenieur, Diplomingenieur und Diplominformatiker. Er hat Kurse im Arbeits- und Wirtschaftsrecht und der Erwachsenenpädagogik belegt, im Fernstudium einen Master of Computer Science drangehängt. Heute arbeitet er als Berater, doziert an der Hochschule der Hamburger Polizei, ist Gastprofessor an einer Universität in Bangkok. Um sich dort verständigen zu können, lernt er Thai. Schwedisch paukt er, weil er das Land mit einem älteren Auto bereisen will - und liegen bleiben nicht so schlimm ist, wenn man die Sprache kennt.