Der Drogeriekettenbesitzer Anton Schlecker im Jahr 1999
Schlecker soll in einer Planinsolvenz saniert werden, die meisten der rund 30.000 Arbeitsplätze und 7300 deutschen Filialen erhalten werden. Der Kern eines solchen Verfahrens sieht einen Sanierungsplan mit umfassenden Businessplan vor, dem die Gläubiger mehrheitlich zustimmen müssen. Im Gegensatz zur Regelinsolvenz würde Schlecker demnach nicht abgewickelt, um Lieferanten und Banken auszahlen zu können, sondern das Unternehmen würde gesund geschrumpft und neu organisiert werden.
Dieser Weg birgt ein Risiko: Die Gesellschafter, in diesem Fall die Schlecker-Familie, können nicht zu Zugeständnissen gezwungen werden, da die Rechtsform des Unternehmens in der Planinsolvenz bestehen bleibt. Fordert eine Bank etwa eine Kapitalerhöhung, kann die Familie ihr Veto einlegen - und müsste im Notfall entmachtet werden, um neue Verluste für Banken und andere Gläubiger zu vermeiden. Erfolgreiches Beispiel: Vor zwei Jahren sah es so aus, als stünde der Klavierbauer Schimmel vor dem Aus. Nach einer Planinsolvenz legt er aber nun wieder Umsatzzwächse vor.
Auch dürfte es schwer sein, einen Käufer für das Gesamtunternehmen zu finden. So sagte Rossmann-Chef Dirk Roßmann, sein Unternehmen habe nur an 50 bis 80 Märkten des insolventen Konkurrenten Interesse. Dem Nachrichtenmagazin "Focus" sagte er: "Ich wage die Prophezeiung, dass der Insolvenzverwalter nicht viele Läden weiter betreiben wird können." Die allermeisten der noch rund 7000 Märkte in Deutschland müssten schließen, weil sie nicht mehr zeitgemäß seien. "Die Wettbewerber Rossmann, dm und Müller sind dieser Kette schon vor Jahren meilenweit enteilt", sagte Roßmann.
Mit einem monatlichen Umsatz von im Schnitt 20.000 Euro wie bei Schlecker könne man auf Dauer kein erfolgreiches Drogeriemarkt-Konzept betreiben, sagte der Unternehmer. "Rossmann und dm kommen monatlich im Schnitt auf Erlöse von 300.000 Euro."